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Verblüffende Löwen bezwingen Vizemeister

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Von: Markus Katzenbach

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Jubelndes Löwen-Rudel: Die Frankfurter Eishockeyspieler setzen sich nach Penaltyschießen durch.
Jubelndes Löwen-Rudel: Die Frankfurter Eishockeyspieler setzen sich nach Penaltyschießen durch. © IMAGO/Beautiful Sports

Frankfurter Eishockeyprofis bezwingen den Vizemeister aus München.

Rylan Schwartz nahm Anlauf und den Puck vom Mittelpunkt auf, drehte zwei Kurven und drosch ihn dann ins Tor, vorbei am ehemaligen Nationalgoalie Danny aus den Birken – und auf den Rängen der Eissporthalle am Ratsweg begann mit einem kollektiven Aufschrei die Löwen-Party. Kurz, aber so ausgelassen wie in dieser ja auch jungen Saison noch nicht, es galt schließlich ein spezielleres Ereignis zu feiern: Mit einem Sieg gegen den EHC München war für den Aufsteiger in die erste Klasse des deutschen Eishockeys vorher gewiss nicht zu rechnen gewesen, am Ende des Freitagsabends aber stand verblüffenderweise ein 4:3 (0:1, 3:1, 0:1/1:0) nach Penaltyschießen auf den Anzeigetafel.

Auch bemerkenswert: Damit verbuchen die Löwen nach sechs DEL-Spieltagen neun Punkte – eine stattliche Zwischenbilanz, vielleicht nicht für Münchner Meisterambitionen, aber zumindest für Frankfurter Klassenerhaltsziele.

Dabei hätte einem anfangs Angst und Bange werden können um die Löwen. Die Gäste legten los mit dem Schwung ihrer aktuellen Erfolgsserie – die vier Spiele nach der Auftaktniederlage in Köln hatten sie allesamt gewonnen, darunter gegen die üblichen Titelkampf-Mitbewerber aus Mannheim und Berlin. Nach 76 Sekunden trafen sie erstmals durch Ben Street, und es hätte noch schlimmer werden können aus Frankfurter Sicht. Leisteten sich die Löwen Puckverluste wie vor dem 0:1 und andere Leichtsinnigkeiten, nutzten die Münchner Stars das mit spielerischer Klasse stets zu höchster Torgefahr. Zwischen den Frankfurter Pfosten aber wehrte der hervorragende Goalie Jake Hildebrand einschließlich eines Penaltys von Street (6.) alles ab, was abzuwehren war, und hielt seine Mannschaft so im Spiel.

„Sie sind sehr schnell rausgekommen. Wir haben zehn Minuten gebraucht, um uns daran zu gewöhnen“, sagte Löwen-Stürmer Ryon Moser später vor dem letzten Abschnitt, als die Lage schon anders aussah, nicht zuletzt dank ihm selbst. Der für den zwei gespielte gesperrten Ryan Olsen in die zweite Reihe gerückte Stürmer glich mit seinem ersten DEL-Tor zum 1:1 aus (26.), da bebte die Eissporthalle zum ersten und nicht zum letzten Mal an diesem Abend. Und als man dachte, die Münchner würden nach ihrer raschen erneuten Führung durch Andreas Eder (29.) die größere Qualität, schlugen die Löwen einfach wieder zurück.

Zwei Münchner rannten sich über den Haufen, auch sie machten Fehler. Dominik Bokk (31,) nutzte die Verwirrung und traf aus spitzem Winkel zum 2:2, Brett Breitkreuz legte gar das 3:2 nach (40.).

Im letzten Drittel drückten die Münchner umso mehr, je weniger Minuten auf der Uhr blieben. Aber die Löwen hielten dagegen, Bokk traf in Überzahl den Pfosten. Bitter, dass dann Maximilian Kastner für den großen Favoriten ausglich, 160 Sekunden vor Schluss. Frankfurt kämpfte und zitterte sich bis zur Sirene und durch eine aufregende Extraschicht. Und dann verwandelten Bokk, Brendan Ranford und schließlich Schwartz allesamt ihre Penaltys.

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