Volleyball-Bundesliga

United Volleys: Weniger Geld, mehr Hoffnung

  • vonHarald Joisten
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Frankfurter Volleyballer zählen sich für die neue Saison zu den Teams, die oben ein Wörtchen mitreden wollen.

Auch das letzte Puzzleteil scheint gefunden. Nur noch letzte Vertragsdetails sind zu klären mit dem neuen Libero der United Volleys, dann ist der Kader des Meisterschaftsanwärters bereit für den nächsten Gipfelangriff in der Volleyball-Bundesliga. „Wir werden mit einem sehr guten Stamm in die Saison gehen“, sagt Sprecher Jan Wüntscher. Trotz der schwierigen Corona-Situation und trotz eines „spürbar niedrigeren Budgets“ rechnen sich die Frankfurter einiges aus für die neue Spielzeit, die am 17. Oktober mit einem Heimspiel gegen Lüneburg beginnen soll – eventuell sogar vor Zuschauern. Gut sechs Wochen zuvor wird die Mannschaft von Trainer Juan Manuel Serramalera in die Vorbereitung starten.

Die Anzahl der Profis im Kader hat sich zwar etwas verringert, es gibt derzeit nur noch zwei Ausländer: den Belgier Matthias Valkiers und den Niederländer Floris van Rekom, zwei Leistungsträger der vergangenen Saison. Die Qualität der neun Stammakteure ist aber vielversprechend. Sechs davon sind neu: Die Nationalspieler Jakob Günthör (24) und Noah Baxpöhler (26), Tim Grozer (21), Daniel Malescha (26), Mario Schmidgall (22) und der etatmäßige Libero, dessen Name in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden soll. Hinzu kommt Routinier Jochen Schöps, der bereits während der vergangenen Saison zum Team gestoßen war.

Aufgeteilt wird dieser feste Stamm auf folgendes Raster: Diagonalangriff: Schöps und Malescha. Mittelblock: Günthör und Baxpöhler. Außenangriff: Van Rekom und Grozer. Zuspiel: Valkiers und Schmidgall. Libero: Mister X.

Ergänzt wird der insgesamt rund zwölfköpfige Kader durch junge deutsche Talente aus dem Internat Frankfurt, das in der zweiten Liga künftig unter dem neuen Namen Volley Juniors Frankfurt antreten wird. Deren Kapitän Ben Bierwisch gehörte schon vergangene Saison zeitweise dem Erstligakader an und kam im Europapokal sogar auf einen Einsatz. „Ben war damals noch 17. Das war ein Beispiel, wie man von den erfahrenen Spielern profitieren kann“, erinnert sich Wüntscher.

Bei den neuen Vertragsgesprächen waren einige Profis offenbar bereit, angesichts der finanziellen Situation durch Corona Gehaltseinbußen hinzunehmen. „Sie stellen ihre eigene Sicherheit an erste Stelle, anstatt irgendwo die größte Summe abzugreifen“, so Wüntscher. Die United Volleys müssen mit Augenmaß haushalten, Der Verein habe die Ausgaben „der veränderten Situation angepasst“. schließlich könnten im Laufe der Saison weitere Zusatzkosten entstehen, etwa durch Hygienemaßnahmen. „Wir müssen auch die Risiken im Auge behalten. Man kann die Entwicklung nicht absehen.“ Immerhin sind die Zuschauereinnahmen nicht überlebenswichtig, sie machen geschätzt nur etwa zehn bis 15 Prozent des Etats aus.

Die Vorfreude auf den Re-Start ist trotz aller Sorgen groß. „Wir glauben, als Team und mit einem sehr guten Trainer auch ambitioniert bleiben zu dürfen. Auch den Zuschauern wird es Spaß machen, viele bekannte Gesichter aus der deutschen Nationalmannschaft zu sehen“, sagt Wüntscher. Damit ist nicht nur der ehemalige Nationalteam-Kapitän Jochen Schöps (36) gemeint. Die 2,12 und 2,10 Meter großen Mittelblocker Günthör und Baxpöhler gehören dem aktuellen deutschen Kader an. „Mein Ziel ist es, mit Frankfurt ganz oben mitzuspielen“, sagt Vize-Europameister Baxpöhler. Auch Malescha kommt auf 30 internationale Einsätze. Schmidgall, für einen Zuspieler mit 2,06 Meter ungewohnt groß, lief ebenfalls bereits für die DVV-Auswahl auf.

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