Fußball

Uefa-Pläne in Zeiten von Corona

Szenarien für den Europacup

Die Verschiebung der Gelddruckmaschine Europameisterschaft auf 2021 hat die Uefa laut Präsident Aleksander Ceferin „Hunderte Millionen Euro“ gekostet – jetzt klammert sich die Europäische Fußball-Union verzweifelt an den letzten verbliebenen Goldesel. Nach dem Motto „Weiter, nur irgendwie weiter“ hat der Verband offenbar einen „Corona Calendar“ entworfen mit dem überaus ambitionierten Ziel, die Champions League bis Sommer zu Ende zu spielen. Das Finale in Istanbul soll laut „Bild am Sonntag“, der die Pläne vorliegen, am 27. Juni steigen.

Mit der EM-Verlegung habe die Uefa bereits „das größte Opfer gebracht“, sagte Ceferin der „Welt am Sonntag“: „Die EM ist unser Aushängeschild und sie ist in jeder Vierjahresperiode die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle.“ Das gilt in jeder einzelnen Saison für die Champions League, daher soll sie so schnell wie möglich wieder laufen.

Erster möglicher „Restart“-Termin ist laut „Corona Calendar“ der 14. April. Alle Spiele würden im unveränderten Modus stattfinden – also auch ein Achtelfinal-Rückspiel mit Juventus in Turin oder ein Viertelfinale mit Atalanta aus dem Krisenhotspot Bergamo. Gespielt werden würde an zehn Wochenenden und neunmal unter der Woche, auch parallel zu den nationalen Ligen, sofern diese wieder spielen sollten.

Verrückt? Offiziell wollte sich die Uefa auf Anfrage nicht zu den Plänen äußern. Der neue Kalender soll den 55 Nationalverbänden in der abgelaufenen Woche präsentiert worden sein, gleich sieben Modelle für eine Fortsetzung der Champions League, aber auch mehrere Szenarien für die Wiederaufnahme der Europa League wurden darin skizziert.

Schon ein Aufschub um nur zwei Wochen brächte gravierende Veränderungen mit sich. Würde die Königsklasse statt am 14. erst am 28. April 2020 wieder gestartet, müsste der Kalender massiv zusammengedrückt werden. Möglich wäre dann, ab dem Viertelfinale nur noch ein K.o.-Spiel statt Hin- und Rückspiel auszutragen.

Welcher Klub Heimrecht hat, würde ausgelost. Falls es erst im Mai weitergehen kann, wie in den übrigen fünf Szenarien angedacht, müsste auch das Format der Königsklasse verändert werden. Der Grund: Ende Juni soll wegen der vielen dann auslaufenden Profiverträge unbedingt Schluss sein. Das könnte durch ein Final-Four-Turnier der vier Halbfinalisten gewährleistet sein.

„Was die Vereine angeht, so hängt alles davon ab, ob die Ligen bis Ende Juni zu Ende gespielt werden können. Wenn das möglich ist, halten sich die Auswirkungen in Grenzen“, sagte Ceferin über die finanziellen Folgen der Krise. Die Uefa verfüge über Reserven in Höhe von 575 Millionen Euro. (sid)

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