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Überraschender Abschied

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„Ich reiche meinen Staffelstab nun weiter“: Christina Schwanitz, sehr emotional bei ihrem letzten Wettkampf in Leipzig. dpa
„Ich reiche meinen Staffelstab nun weiter“: Christina Schwanitz, sehr emotional bei ihrem letzten Wettkampf in Leipzig. dpa © dpa

Kugelstoßerin Schwanitz beendet ihre überaus erfolgreiche Karriere

Christina Schwanitz konnte die Tränen nicht zurückhalten, als sie die überraschende Nachricht verkündete. „Das war heute mein letzter Wettkampf“ – kaum hatte die Kugelstoßerin diese Worte ausgesprochen, brach ihre Stimme. Unter tosendem Applaus, begleitet von Standing Ovations, verabschiedete sich die Ex-Weltmeisterin bei den deutschen Hallenmeisterschaften mit einem dritten Platz von der Leichtathletik-Bühne.

Dass es an diesem Samstag in Leipzig so weit kommen sollte, ahnte die 36-Jährige vor dem Wettkampf noch nicht einmal selbst. Mit einer Saisonbestleistung von 18,49 Metern verpasste die Vorjahressiegerin ihren siebten Hallentitel und reihte sich hinter ihrer Vereinskollegin Katharina Maisch (18,54 Meter/LV Erzgebirge) und Meisterin Sara Gambetta (19,05 Meetr/Halle) ein. Sechs Zentimeter mehr hätten Platz zwei und vielleicht ein etwas späteres Karriereende bedeutet. Ihr Plan sei es gewesen, mit zur Hallen-WM nach Belgrad (18. bis 20. März) zu fahren „und mich da von der Welt zu verabschieden“, erklärte Schwanitz. Bereits im Januar hatte sie verkündet, ihre letzte Saison zu bestreiten.

Maisch habe sie aber „ganz souverän“ geschlagen und damit einen der beiden WM-Startplätze ergattert. Durch den Wettkampf habe sich für Schwanitz ergeben, dass „ich meinen Staffelstab nun weiterreiche“. Noch vor dem Highlight-Sommer mit WM und Heim-EM. Flankiert von ihren beiden Konkurrentinnen Maisch und Gambetta, ging es für Schwanitz also in Leipzig vor 1600 Fans auf die letzte Ehrenrunde.

18 Jahre Hochleistungssport

Weltmeisterin 2015, Europameisterin 2014 und 2016, dazu WM-Silber und -Bronze, ein weiterer EM-Titel in der Halle sowie zahlreiche nationale Erfolge – in ihrer Karriere hat Schwanitz fast alles gewonnen. Lediglich der Traum von einer olympischen Medaille erfüllte sich für die gebürtige Dresdnerin auch bei ihren vierten Spielen in Tokio nicht.

Nach durchwachsenem Saisonverlauf mit Verletzung und Quarantäne war in der Qualifikation in Japan Schluss. Eigentlich habe sie sich dort verabschieden wollen, verriet Schwanitz der Freien Presse. Aber so „wollte ich nicht von der Bühne abtreten“.

Nun verlässt Schwanitz die Bühne mit einem versöhnlichen Ergebnis und ist „megastolz“, wie sie erklärte. Es sei „schön zu sagen, ich habe jetzt über 25 Jahre Sport gemacht, über 18 Jahre Hochleistungssport“, aber „alles ist endlich“. Die Zwillingsmama wird bei der Bundeswehr als Ausbilderin von Trainer:innen weiter tätig sein. Im Leistungssport ist aber Schluss, das Wort „Karriereende“ hat sie dabei vorher schon ein paar Mal ausgesprochen: „Zu Hause“, sagte Schwanitz und schmunzelte: „Ich musste es tatsächlich üben.“ sid

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