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Sport und Natur im Einklang

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Von: Jürgen Streicher

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Fördergeld: Harald Stenger (3. von rechts) überreicht den Schlappekicker-Scheck.
Fördergeld: Harald Stenger (3. von rechts) überreicht den Schlappekicker-Scheck. © Streicher

Schlappekicker-Aktion der FR unterstützt Umweltprojekte der TuSpo Nassau Beilstein mit Förderpreis.

Die idyllischen Höhen und Täler im östlichen Westerwald bleiben nicht verschont. Wenn man über die „Pass-Straße“ hinauffährt nach Beilstein im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis nahe der Grenze zu Rheinland-Pfalz, leuchten schon jetzt viele Bäume nahezu herbstlich. Viel trockenes Laub viel zu früh am Boden, die Wiesen ähneln in weiten Bereichen einer Savanne, in den Fischteichen im Ortswald sinkt der Wasserspiegel. Umso wichtiger die Arbeit, die hier viele Menschen leisten, Junge und Ältere, Kinder im Grundschulalter – ehrenamtliche Arbeit für die direkte Umwelt, die alle so lieben.

Enge Zusammenarbeit

Das passt zum Anspruch der Sportlerinnen und Sportler des Vereins TuSpo Nassau Beilstein, den sie schon vor zehn Jahren für sich formuliert haben, als die Umweltkrise noch nicht so präsent war wie heute. „Natur und Sport gemeinsam mit Kindern in Einklang bringen“, so wenig, so viel. Da schwingt stets der Wert Nachhaltigkeit mit, der so gerne postuliert und so schnell vergessen wird. Das Ziel Nachhaltigkeit würden hier alle unterschreiben, von den 1500 Einwohner:innen des größten Ortsteils der Gemeinde Greifenstein mit der schönen alten Burg aus dem zwölften Jahrhundert sind 640 eingetragene Mitglieder im Verein. Durch die gewachsene Vernetzung mit anderen Vereinen und Umweltorganisationen sowie der Grundschule im Ort ist die Zahl der Helfer:innen noch mehr gewachsen, im Gesamtvorstand des Vereins ist der frühere Vorsitzende Klaus Herrmann jetzt „Projektleiter Natur und Sport“.

Ein illustres Team sitzt mit am Tisch, wenn neue und langfristige Projekte besprochen werden. Wenn der „Aktionsplan“, der auch mit Kindern erarbeitet wurde, auf den neuesten Stand gebracht wird. „Das hat sich vortrefflich entwickelt“, sagt Klaus Herrmann. Förster a.D. Siegfried Donner, Angelsportler Harald Heuser, der Mann für alle Fälle Gerhard Ditermann und Daniel Claus nicken dazu. Ja, der Leiter der Grundschule ist schon lange mit im Boot, jedes Beilsteiner Kind kommt im Laufe der vier Jahre Grundschule mit dem Projekt in Verbindung. „Perfekt, wenn Schule und Vereine verzahnt sind“, findet Schulleiter Claus.

Für die Verbindung zum Wasser mit Aktionen zur Reinigung der Gewässer oder Messungen zur Wasserqualität sorgt Angler Harald Heuser, der den Kindern auch den Schwung an der Angelrute beibringt. Der Förster verfeinert Waldpädagogik und begleitet Ausflüge zum Tierpark Weilburg, hunderte Bäume wurden bereits gepflanzt, weitere Aktionen folgen. „Das bleibt hängen, nur das kann für die Zukunft helfen“, sagt der Förster.

Mit am Tisch sitzt auch Leonard Bartsch, mit seinen elf Jahren hat der gerade aufs Gymnasium gewechselte Bub schon reichlich Erfahrung im Projekt. Der Fußballer und Golfer erzählt begeistert vom Angeln und anderen Erlebnissen. Mit dem Trecker sind er und sein Vater zum Ortstermin mit der FR in die „Basalt-Arena“ gekommen, wie der Verein aufgrund der großen Basaltvorkommen im Umfeld sein kleines Sportzentrum getauft hat. Steinreich sind sie hier, sagt man gerne scherzhaft.

Auch der Vorstand der FR-Aktion Schlappekicker fand das Projekt Sport und Natur in Einklang zu bringen förderwürdig. Bei der Bewerbung um den jährlichen Schlappekicker-Preis war die TuSpo Nassau Beilstein zweimal knapp gescheitert, mit dem Förderpreis wurde es jetzt gewürdigt. Der stellvertretende Vorsitzende der Schlappekicker-Aktion, Harald Stenger, überreichte den Initiatoren am Wochenende einen Scheck in Höhe von 2000 Euro. „Ihre positiven Aktivitäten für Umwelt- und Klimaschutz haben uns beeindruckt“, sagte Stenger und wünschte weiterhin „viel Dynamik und Erfolg“. Die nachhaltig denkenden und handelnden Männer, Frauen und Kinder aus dem Westerwald kündigten umgehend an, das Preisgeld für weitere Aktionen zu verwenden. An Ideen dafür mangelt es nie. (Jürgen Streicher)

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