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Nach Sturzserie

Tour de France: Fahrer streiken nach Stürzen und fordern mehr Sicherheit

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Zahlreiche zum Teil schwere Stürze prägen den Auftakt der diesjährigen Tour de France. Ihren Unmut darüber bringen die Fahrer jetzt sichtbar zum Ausdruck.

Redon – Der vierte Tag der Tour de France ist ohne Massen-Karambolage verlaufen – das allein wäre schon eine Meldung wert. Schon bei der ersten Etappe verletzten sich 21 Radsportler bei einem Unfall gleichzeitig, ausgelöst durch ein Pappschild, dass eine Zuschauerin unachtsam auf die Straße gehalten hatte. Auch die erste Sprinteretappe nach Pontivy verlief unfallreich. Auf der Etappe von Redon nach Fougères setzten die Fahrer nun ein deutliches Zeichen. Ihr Ruf nach besseren Sicherheitsbedingungen stieß allerdings nicht überall auf Verständnis.

Kurz nach dem Start der vierten Etappe streikte das Fahrerfeld für knapp eine Minute, wie der Spiegel berichet. Dass das gesamte Hauptfeld, daran teilnahm, geht offenbar auch auf den Sprinter Andre Greipel zurück – auch, wenn bis zum Start nicht alle der 177 Fahrer von der Aktion überzeugt waren. Greipel sei direkt nach dem Start vor die Spitze gefahren und habe das Feld aufgefordert, ein Zeichen zu setzen, erzählt er. Und der Appell fruchtete: Auch nach dem Streik im Stehen ging es für einige Kilometer nur mit langsamem Tempo weiter.

Tour de France: Regeln für mehr Sicherheit gefordert – Fahrerfeld streikt kurzzeitig

„Ich fühle mich, als wäre ich schon zwei Wochen unterwegs - mental, körperlich“, so reflektiert der deutsche Radrennfahrer Tony Martin den Beginn des Radrennens. „Wir sind alle gezeichnet.“ Die Strecke nach Pontivy sei prädestiniert für gefährliche Unfälle. „Wenn eine Strecke wie gestern geboten wird, ist das Chaos eigentlich vorprogrammiert“, sagte Martin. Der Chef des französischen Teams FDJ, Marc Madiot, setzte noch einen drauf: „Wenn wir nichts ändern, wird es irgendwann Tote geben.“

Stehenden Fußes im Streik: Über 150 Fahrer der vierten Tour-de-France-Etappe machen sich nach mehreren schweren Stürzen für mehr Sicherheit stark.

Gerichtet sind solche Warnungen auch an David Lappartient. Der Präsident des Radsport-Weltverbandes UIC nimmt die Streckenführung aber in Schutz, und schiebt die Schuld an bisherigen Stürzen in erster Linie den Fahrern zu. Viele von ihnen seien auf fehlende Aufmerksamkeit zurückzuführen, sagte er dem Sport-Informations-Dienst zufolge.

Nach mehreren gefährlichen Unfällen: Fahrer der Tour de France streiken – und fordern Lösungen

Die Fahrer sprechen sich dagegen für eine Anpassung des Regelwerks aus. Nach aktuellem Stand verlieren Fahrer, die innerhalb der letzten drei Streckenkilometer gestürzt sind, keine Zeit. Diese Regel sollte ausgeweitet werden, manche fordern eine Erhöhung des Abschnitts auf acht Kilometer. So könnte es in Zukunft weniger Positionskämpfe geben, wie der belgische Fahrer Tim Declerq erklärt. Ralph Denk, Chef des deutschen Teams Borahansgrohe, kritiseirt den Verband UIC ebenfalls, nimmt zugleich aber auch die Fahrer in die Pflicht: Auch manche ihrer Aktionen seien „nicht immer ganz überlegt.“ (mp)

Rubriklistenbild: © David Stockman/dpa

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