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2016 war sein Jahr: Tom Kühnhackl (li.) holt den Stanley-Cup, Vater Erich, deutscher Jahrhunderteishockey-Profi, ist stolz. afp
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2016 war sein Jahr: Tom Kühnhackl (li.) holt den Stanley-Cup, Vater Erich, deutscher Jahrhunderteishockey-Profi, ist stolz. afp

Eishockey

Tom Kühnhackl: Auf den letzten Metern

  • Günter Klein
    VonGünter Klein
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Bereits zweimal stemmt Tom Kühnhackl die NHL-Trophäe in die Höhe, im deutschen Eishockey aber hinterlässt er kaum Spuren

Tom Kühnhackl hat zweimal den Stanley-Cup gewonnen, damit steht er in der deutschen Eishockey-Geschichte ganz weit oben, und berühmt ist der 29-Jährige durch seinen Nachnamen sowieso. Doch wie viele Länderspiele hat der Sohn des deutschen Jahrhundertspielers Erich Kühnhackl in seiner Vita stehen? Fünf, ein Missverhältnis. Kühnhackl junior und die deutsche Nationalmannschaft, zu deren Aufgebot für die WM (ab 21. Mai) er gehört – sie sind erst einmal zusammengekommen.

Im Herbst 2016 war das. Für die Quali zu den Winterspielen 2018 standen die NHL-Akteure zur Verfügung - darunter Kühnhackl, der zwei Vorbereitungs- und die drei Qualipartien in Riga bestritt. Im entscheidenden gegen Lettland erzielte er das Siegtor. Von tollen Erinnerungen an Riga spricht er daher – „und an das, was danach passiert ist“. Nur ohne ihn und die NHL-Fraktion. Denn die Nordamerika-Profis erhielten keine Freigabe für Pyeongchang, wo das aus DEL-Cracks bestehende Nationalteam olympisches Silber gewann.

2016 – ein fantastisches Jahr: Tom Kühnhackl schoss die Deutschen Richtung Olympia, nachdem er zuvor mit den Pittsburgh Penguins den Stanley-Cup gewonnen hatte. 2017 war er erneut dabei, zweiter Cup-Gewinn. 2018 (Pittsburgh) und 2019 (New York Islanders) stand er wieder in den Playoffs, und die überschneiden sich mit der WM, bei der er folglich nie war: „Es ist drüben immer schwierig, dass es hinhaut.“ 2010, da war er 18, hatte Tom Kühnhackl sich entschlossen, in Amerika Eishockey zu spielen. Das Interesse in Deutschland, das er 2009 als Förderlizenzspieler bei den Augsburger Panthern mit vier DEL-Einsätzen befeuert hatte, ließ nach. Jahrelang wurde von Kühnhackl keine Notiz genommen.

Sein Weg war lang und beschwerlich. Der in Deutschland bekannte Name verschaffte ihm in den USA keinen Vorteil. Er wurde meist in den Reihen eingesetzt, die dafür sorgen sollen, dass die Topstürmer der Gegners kein Unheil anrichten. Kühnhackl hat es mit Bundestrainer Toni Söderholm noch nicht ausgekartet, ob er sich im Nationalteam offensiv wird ausleben können. Er sagt: „Wir haben viele andere offensiv-talentierte Spieler.“ Viele kennt er nur vom Namen, er hat meist nur verfolgt.

Bei WM für Deutschland

Dass er fürs Nationalteam nun greifbar wurde, hat mit Tom Kühnhackls veränderter Situation zu tun. Bei den New York Islanders wurde er als nicht mehr gut genug befunden, dazu trug bei, dass eine Schulterverletzung wieder aufbrach. Fit gemacht hat ihn nun Dennis Seidenberg, ein anderer deutscher Stanley-Cup -Gewinner, der in der Organisation der Islanders arbeitet. Kühnhackl bekam nur einen Vertrag für die unterklassige American Hockey League, bei den Bridgeport Sound Tigers. „Es waren 24 Spiele, wir haben je zwölfmal gegen dieselbe Mannschaft gespielt, und Playoffs gab es auch nicht. Doch ich war froh, auf dem Eis zu stehen.“

Kommt noch ein Vertrag in der NHL? Oder wählt er die Rückkehr nach Deutschland? Auch dafür gäbe es Gründe, und sie sind nicht nur sportlicher Natur. Vater Erich beging vergangenes Jahr einen traurigen 70. Geburtstag, weil seine Frau kurz davor gestorben war. Das Verhältnis zu den Eltern war stets eng. Vater und Mutter waren dabei, als Tom in der NHL seine großen Erfolge feierte. Er denke aber nicht zu weit voraus, sagt Kühnhackl. Bei der WM stellt er sich ins Schaufenster. Sein Länderspielkonto wird er aufstocken.

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