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Tabula rasa bei Schalke 04

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Von: Jan Christian Müller

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Kein Trainer mehr auf Schalke: Dimitrios Grammozis. Foto: dpa
Kein Trainer mehr auf Schalke: Dimitrios Grammozis. © dpa

Neuer Sponsor, bald ein neuer Trainer - Vertrauen zu Coach Dimitrios Grammozis war beim Bundesligaabsteiger aufgebraucht.

Es ist unruhig geworden beim FC Schalke 04, der über Neujahr hinweg ein wenig zur Ruhe gekommen schien. Und dann das binnen weniger Tage: Trennung vom langjährigen Sponsor Gazprom wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine. Bestätigung des neuen Partners Vivawest am Samstagmorgen, 3:4-Niederlage gegen Hansa Rostock trotz Dreierpack von Mittelstürmer Simon Terodde am Samstagnachmittag, Rausschmiss von Trainer Dimitrios Grammozis zeitig am Sonntag in der Früh um zehn. Auch dessen Assistenten Sven Piepenbrock und Torwarttrainer Wil Coort wurden beurlaubt. Tabula rasa nennt man das dann wohl. Favoriten für die Nachfolge: Daniel Farke, Bruno Labbadia, Friedhelm Funkel.

Ständige Zweifel am Coach

Überraschend kam die Trennung von Grammozis wahrlich nicht. Denn der Abstiegstrainer hatte es nach dem verpassten Klassenerhalt schwer. Dafür sprach auch die Konstellation, dass Sportdirektor Rouven Schröder erst zur neuen Saison kam, als Grammozis schon da war. Das ganz dicke Vertrauensverhältnis zwischen den beiden entwickelte sich nie, Zweifel spielten ständig mit.

Man hört das jetzt auch aus der Verlautbarung von Sportvorstand Peter Knäbel heraus, der Grammozis lange protegiert hatte und nun den Daumen senkte: Knäbels hartes Urteil über die Arbeit von Grammozis: „Von der Qualität des Kaders sind wir weiterhin überzeugt. Doch um im Kampf um die Spitzenplätze erfolgreich sein zu können, benötigen wir eine kontinuierliche Weiterentwicklung, die wir thematisiert, aber nicht gesehen haben.“ Tatsächlich scheint der Schalker Kader nicht schlechter als der von Tabellenführer Werder Bremen.

Schon im Dezember rettete der Trainer sich nur deshalb den Job, weil Schalke daheim gegen den 1. FC Nürnberg 4:1 gewann (Grammozis fehlte da allerdings wegen einer Corona-Erkrankung) und zum Jahresausklang unter Führung des wiedergenesenen Trainers beim 1:1 beim Hamburger SV die klar bessere, sehr gut organisierte Mannschaft stellte. Das war dann auch die Messlatte, die man bei Schalke 04 an Trainer und Team anlegte. Echte Rückendeckung bekam Grammozis auch danach nicht, anders als etwa HSV-Chefcoach Tim Walter, der mit seiner Mannschaft nun aber, genau wie Schalke 04, in der Zweitligaspitze arg ins Hintertreffen geraten ist.

Denn der Hamburger SV verlor nach dem Spitzenspiel vor einer Woche daheim gegen Werder Bremen (2:3) nun auch beim 1. FC Nürnberg 1:2. Club-Verteidiger Tim Handwerker traf zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit einem Schlenzer. HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes, am Mittwoch noch gefeierter Pokalheld und bisher mit einer überragenden Saisonleistung, sah dabei nicht gut aus.

Schon eine Woche zuvor hatte es nur ein 1:1 beim SV Sandhausen gegeben, so dass die Rothosen nun gemeinsam mit den Königsblauen sieben Punkte hinter den Grün-Weißen aus Bremen rangieren. Werder gewann am Sonntag nach mittelmäßiger Vorstellung mühevoll 2:1 gegen Dynamo Dresden.

Zuvor hatten die Überraschungsteams Darmstadt 98 und FC St. Pauli sich wiederum als widerstandsfähig erwiesen. Beide sind inzwischen dem HSV und Schalke jeweils bereits um sechs Zähler enteilt. Die Hessen gewannen schon am Freitagabend nach 0:2-Rückstand noch 3:2 gegen den 1. FC Heidenheim und erzielten dabei alle drei Treffer durch Aaron Seydel (77.), Phillip Tietz (81.) und Tim Skarke (83.) erst in der Schlussphase. St. Pauli bezwang tags darauf den Karlsruher SC 3:1. Schon zur Pause führten die Kiezkicker, angeführt vom überragenden zweifachen Torschützen Daniel-Kofi Kyereh, 3:0.

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