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Suomi dominiert das Eishockey

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Von: Günter Klein

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Gehört jetzt zu den erfolgreichsten Eishockeyspielern überhaupt: der finnische Weltmeisterstürmer Valtteri Filppula.
Gehört jetzt zu den erfolgreichsten Eishockeyspielern überhaupt: der finnische Weltmeisterstürmer Valtteri Filppula. © AFP

Vor nicht allzu langer Zeit war das finnische Eishockey noch auf Augenhöhe mit Deutschland. Jetzt übertrumpfen die Skandinavier in dem Sport alle anderen.

Finnland feierte. Einen dramatisch nach Verlängerung erzielten 4:3-Sieg über Kanada im Eishockey-WM-Finale in Tampere, eine Supersaison, zu der auch der erstmalige Olympiasieg zählte – und einen älteren Herrn: Valtteri Filppula, 38, Mittelstürmer. Er steht dafür, dass Suomi in seiner Nationalsportart weltweit ganz oben angekommen ist. Filppula wird erstes finnisches Mitglied im „Triple Gold Club“.

Der „Triple Gold Club“ ist nur eine virtuelle Einrichtung, die der Eishockey-Weltverband IIHF ins Leben rief. Aber er ist exklusiv besetzt, eine wahre Halle des Ruhms. Das Aufnahmekriterium: Man muss die drei größten Titel gewonnen haben, die der Sport zu vergeben hat. Das sind: Weltmeisterschaft, olympisches Gold und der Stanley Cup. Trophäen aus beiden Welten des Eishockeys: Die WM ist die Bühne der Europäer, mancher NHL-Star hat nie die Gelegenheit, beim jährlichen Turnier in Übersee dabei zu sein. Den Stanley Cup wiederum kann nur gewinnen, wer als Profi in Nordamerika auf höchstem Niveau besteht. Bei den Olympischen Spielen vermischen sich seit 1998, als die NHL ihren Spielern die Freigabe erteilte, die verschiedenen Kulturen.

Prägende 90er-Jahre

Valtteri Filppula ist der 30. Spieler, der es in den Triple Gold Club geschafft hat – doch bei Weitem nicht der größte Name des finnischen Eishockeys. Prägender waren andere: Jari Kurri, in den 80er-Jahren unverzichtbarer Nebenmann des Allzeit-Größten Wayne Gretzky; Esa Tikkanen, der nicht nur ein Topstürmer war, sondern Gegner mit Worten zermürben konnte (Urvater des Trash-Talks); Saku Koivu und Teemu Selänne, die in den 90er-Jahren in die NHL stürmten.

Allerdings waren sie auch Pioniere, herausragende Einzelkönner einer Nation, die gerade erst begann, sich zu entfalten. Finnland agierte lange auf Augenhöhe mit Deutschland, erst in den 90er-Jahren schloss es zur Weltspitze auf. Erste WM-Medaille 1992, erster WM-Titel 1995. Damals noch unter Leitung des Schweden Curt Lindström, der auch Hedos München trainiert hatte. Man setzte auf Entwicklungshilfe, den eigenen Coaches vertraute man nicht. Seit Sonntag ist Finnland viermaliger Weltmeister, Trainer Juka Jalonen, Finne, gewann in zwei Amtszeiten die WM-Titel 2011, 19, 22 und auch noch das Olympia-Gold von Peking, Finnland führt die Weltrangliste an.

Und neben elf Kanadiern, neun Schweden, sieben Russen und zwei Tschechen residiert nun auch ein finnischer Allesgewinner im Triple Gold Club. Valtteri Filppula hatte 2008 mit den Detroit Red Wings den Stanley Cup gewonnen, bis vor einem Jahr spielte er in der NHL. Dann bekam er keinen Vertrag mehr und wechselte zu Servette Genf in die Schweiz, was ihm die Gelegenheit gab, bei Olympia und der WM zu spielen. Er hat das Beste daraus gemacht.

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