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Stadt der Flutlichter

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Von: Jakob Böllhoff

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Große Schatten: Selbst die Fans sind zwiegespalten, was die Night Sessions der French Open betrifft.
Große Schatten: Selbst die Fans sind zwiegespalten, was die Night Sessions der French Open betrifft. © dpa

Die sogenannten Night Sessions bei den French Open spalten die Meinungen: Die Fernsehanstalten halten sie für sinnvoll, die Tennisprofis weniger.

Wenn es Nacht wird in Paris, fliegen neuerdings auch Tennisbälle durch die Gegend. Muss das sein? Die sogenannten Night Sessions bei den French Open spalten die Meinungen. Es muss sein, sagen die Fernsehanstalten, während sie einen zusätzlichen Haufen Geld rüberschieben. Es muss nicht sein, sagen die betroffenen Profis und schleppen sich um halb fünf ins Bett, wenn endlich auch das letzte Interview gegeben ist. Das Publikum denkt: kann sein, muss aber nicht. Wickelt sich im Stadion in Decken und stellt später fest, dass um halb zwei nichts mehr fährt in Paris und kein Bistro mehr offen hat. Oder schläft um Mitternacht vor dem Bildschirm ein, weil bei Rafael Nadal gegen Novak Djokovic ein Satz so lange geht wie ein komplettes Fußballspiel.

Die French Open sind das einnahmenschwächste der vier Grand-Slam-Turniere. Nachtschichten erhöhen die Erlöse. Doch wer sich darauf einlässt, verliert die Autonomie über den Spielplan. „Das ist die Welt, in der wir leben“, hat Djokovic etwas zu schwermütig festgestellt, als gäbe es da nicht ein paar prägnantere Anhaltspunkte.

Die Night Sessions werden bleiben, aber die French Open müssen eine fairere Lösung finden. Übrigens auch für die Spielerinnen, die sich gerne öfter auf der Bühne der Nacht der Weltöffentlichkeit präsentieren würden: In neun von zehn Fällen ging das Flutlicht am Bois de Boulogne bisher für die Männer an.

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