+
Fordert neue Qualifikationskriterien: Weltmeister Jan Frodeno. 

Ironman

Zwei Titel in einem Jahr

Ironman Hawaii auf Februar verschoben.

Der nächste Showdown auf dem Ali‘i Drive mit den drei deutschen Ironman-Weltmeistern ist vertagt aufs nächste Jahr - aber dann gibt‘s ihn gleich im Doppelpack. Nach wochenlangem Rätseln und immer neuen Absagen von Ironman-Rennen auf der ganzen Welt zwang die Corona-Pandemie die Verantwortlichen nun zum Handeln: Die WM über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen wird am 10. Oktober nicht stattfinden. Neuer Termin: 6. Februar 2021 – und damit acht Monate vor der regulären WM 2021 auf Big Island.

Jan Frodeno erhob mahnend den Zeigefinger. Die „Doppel-Tortur“ sei für einen Modellathleten wie ihn machbar – aber nur mit modifizierten Qualifikationsregeln. „Sonst wird das keine gesunden Konsequenzen haben“, warnte der dreimalige Ironman-Weltmeister. Kumpel und Konkurrent Sebastian Kienle fand hingegen: „In der Geschichtsschreibung wird das Jahr 2021 fett gedruckt werden.“ Der 35 Jahre alte Triathlon-Profi hatte mit seinem Sieg 2014 auf Hawaii die deutsche Erfolgsära eingeleitet. Kienle betonte am Freitag: „Es wird zwei würdige Weltmeister geben.“

Es ist zumindest die Nachricht, die den Trainingsplänen der Athletinnen und Athleten wieder ein Ziel gibt. Damit kann sich auch Frodeno anfreunden: Es sei eine neue Herausforderung – „diese nehme ich an“, sagte er. „Als Sportler freut man sich über klare Ziele.“ Man könne sich einer ganz neue Rennsaison stellen, betonte auch Patrick Lange via Facebook, der nach den Frodeno-Siegen 2015 und 2016 mit seinen Erfolgen 2017 und 2018 für Furore gesorgt hatte.

Der 33-Jährige aus Bad Wildungen, der seit einiger Zeit in Salzburg lebt und trainiert, hatte vorher auch schon auf die neuen Herausforderungen bei einer Verlegung hingewiesen. „Sich im kalten europäischen Winter auf ein Hitzerennen vorzubereiten ist beinahe unmöglich“, hatte er der gesagt.

Kienle sieht darin kein so großes Problem, auch sonst würden die Athletinnen und Athleten auf die Kanaren in ihre Trainingslager im Winter fliegen. „Es ist doch auch interessant zu sehen, wie sich die Vor- und Nachteile weltweit verschieben“, befand Kienle. Und man dürfte nicht vergessen: „Nicht nur die Vorbereitung im deutschen Wintern, sondern auch das Rennen in Kona wird im Februar deutlich kühler.“ Klimatabellen zufolge liegt die Durchschnittstemperatur im Oktober bei 24,4, im Februar bei 21,9 Grad Celsius.

„Eine Topform im Februar und im Oktober zu haben, ist möglich, und auch die Vorbereitung bekommt man hin. Unmöglich ist es allerdings, zwei weitere Male innerhalb von zwölf Monaten in Topform zu sein.“ Er spielte dabei auf die Teilnahmebedingungen an: Der 38-Jährige muss als Titelverteidiger seinen Startplatz bestätigen, in dem er lediglich bei einem Ironman-Rennen das Ziel erreicht.

Für viele andere Profis geht das Ticket aber nur über einen Sieg oder zweiten Platz. Das bedeutet: Für den Februar-Wettkampf und den Oktober-Wettkampf sind vorher jeweils absolute Spitzenleistungen notwendig, die wiederum eine entsprechende Regenerationszeit und eine entsprechende Vorbereitung davor erfordern. (dpa/sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare