Basketball-Finale

Zwei falsche Pfiffe

Bayerns Basketballer profitieren gegen Alba Berlin von Schiedsrichterentscheidungen.

Alba Berlin will sich nach der mehr als unglücklichen Niederlage im ersten Playoff-Finale der Basketball Bundesliga (BBL) bei Bayern München künftig weniger mit strittigen Schiedsrichterentscheidungen beschäftigen. „In den nächsten Spielen darf das kein Thema sein, und wir müssen am Ende einen kühlen Kopf bewahren, unabhängig davon, ob die Pfiffe richtig sind oder nicht“, sagte der deutsche Nationalspieler Niels Giffey.

Die Bayern hatten am Sonntag bei ihrem 74:70 (36:37)-Sieg im ersten Spiel der Best-of-Five-Serie von zwei Fehlentscheidungen profitiert. Beim Stand von 68:66 für die Gäste (39. Minute) reklamierte Alba-Center Landry Nnoko wegen eines nicht erfolgten Pfiffs gegen Vladimir Lucic und bekam ein technisches Foul. Der Serbe hatte den Kameruner klar mit dem Ellenbogen in den Rücken gestoßen, sodass dieser keiner Chance hatte den Ball zu bekommen. Der Pfiff von Schiedsrichter Steve Bittner, der genau hinter Lucic stand, blieb aus. Statt weiter Ballbesitz für Berlin gab es zwei Freiwürfe für die Bayern und zusätzlich Ballbesitz für die Hausherren. 32 Sekunden vor Schluss, es stand 71:70 für Titelverteidiger Bayern, war der Arbeitstag für den im letzten Viertel so starken Alba-Spielmacher Peyton Siva beendet. Gegen den US-Guard wurde ein Offensivfoul gegeben – er war in Lucic gelaufen, der aber keine Verteidigungsposition hatte – sein fünftes und damit letztes Vergehen. Auch dieser Pfiff war unberechtigt. „Das hat jeder gesehen“, klagte Marco Baldi über den Pfiff. Der Alba-Manager war der einzige, der klar Position bezog: „Es ist immer schlecht, wenn nicht die Spieler ein Spiel entscheiden“, kritisierte Baldi.

Berlins Trainer Aito Garcia Reneses hielt sich zu dem Thema bedeckt. „Wir hatten sicherlich unsere Chance zu gewinnen, aber Bayern war in den letzten Minuten besser“, sagte der Spanier: „Über einzelne Aktionen und Fehler von Spielern jetzt zu reden, bringt nichts.“

Die Frage ist auch, warum die BBL für die Finalserie den jungen Bittner ins Rennen schickte und nicht etwa den besten deutschen Unparteiischen Robert Lottermoser oder die ebenfalls auf internationalem Level pfeifende Anne Panther. Lottermoser ist jemand, der in der entscheidenden Phase des Spiels, Entscheidungen auch nochmal mit technischen Hilfsmitteln überprüft. Ohnehin wäre es überlegenswert, sogenannte challenges wie im Tennis für Trainer einzuführen, um sich nach strittigen Pfiffen die Szene im Video nochmal in Ruhe anzuschauen.

„Druck ist weg“

Von den Bayern fiel nach dem Auftaktsieg im Playoff-Finale gegen Alba Berlin die Anspannung ab. „Jetzt ist erstmal der Druck weg“, konstatierte Münchens Geschäftsführer Marko Pesic nach dem zähen 74:70-Sieg. „Es gibt nichts Schwierigeres als eine Serie zuzumachen und eine Serie zu öffnen“, sagte Pesic. Die Münchner legten vor 6500 Zuschauern erstmal einen Fehlstart hin. Mit 0:11 gerieten sie gegen die Berliner in Rückstand. „Wir müssen viel besser spielen, wir waren total verkrampft“, beschrieb Pesic.

Giffey will aus der Niederlage lernen. „Wir haben uns in den letzten Minuten dazu hinreißen lassen, uns mit Schiedsrichterentscheidungen zu befassen“, sagte der 28-Jährige: „Das Ergebnis waren ein technisches Foul und etwas fehlender Fokus.“ Am Mittwoch (20.30 Uhr) steht das zweite Spiel in Berlin in der Arena am Ostbahnhof an. (sid/dpa/tim)

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