Tennis

Mit Zverev vor Fans

In Berlin darf im Juli Tennis gespielt werden, aber nur unter strengen Auflagen.

Die Berliner Tennisturniere Mitte Juli dürfen unter strengen Hygieneregeln vor Zuschauern ausgetragen werden. Das bestätigte die deutsche Frauentennischefin Barbara Rittner am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. „Wir haben gestern die Freigabe bekommen, dass wir dort vor bis zu 1000 Zuschauern spielen dürfen“, sagte die Turnierdirektorin.

Die Veranstalter teilten mit, es würden jeweils 800 Eintrittskarten pro Tag für das Turnier vom 13. bis 15. Juli im Steffi-Graf-Stadion angeboten und jeweils 200 Tickets für die Veranstaltung vom 17. bis 19. Juli auf dem einstigen Flughafen Tempelhof. Die Karten kosten zwischen 120 und 150 Euro und müssen online gekauft werden. Die zuständigen Bezirksämter segneten das Hygienekonzept ab.

Bei der Adria-Tour waren zuletzt Profis wie der deutsche Star Alexander Zverev wegen Verstoßes gegen die Hygieneregeln in die Kritik geraten. Vom deutschen Topspieler war zudem zuletzt ein Party-Video aufgetaucht, allerdings ohne zeitliche Zuordnung. Zverev hat sich dazu bislang nicht geäußert.

„Ich bin nicht dafür zuständig, ob Sascha Zverev dafür bestraft werden sollte. Ich glaube, er bestraft sich selber mit einem Imageverlust, denn das macht ihn unglaubwürdig“, kritisierte Rittner, die von einem Start von Zverev in Berlin ausgeht.

„Wir werden ihn nicht ausschließen, aber er wird heute noch einmal getestet und sich dann in Isolation begeben und in Ruhe trainieren, hoffe ich“, sagte Rittner. „Er muss sich bei uns an die Regeln halten“. Man werde ihn in Berlin nicht mit Party-Bildern sehen. „Wenn er das tut, würden wir ihn ausschließen“, kündigte Rittner an.

Zverev sei „ein guter Junge mit Ecken und Kanten. Hier hat er sich - und das verurteile ich auch ganz klar – aber völlig falsch verhalten. Er hat damit der ganzen Tennis-Szene einen Bärendienst erwiesen. Denn dadurch kommt alles ins Wackeln, die Turniere werden jetzt immer fragwürdiger. Und wenn wir positive Fälle haben, bricht das ganze Konstrukt zusammen“, fürchtet die Turnierchefin.

Hygienetunnel für Fans

Zum „extremen Hygienekonzept“ gehöre, dass jeder Zuschauer zunächst Fieber messen und dann durch einen Hygienetunnel gehen müsse, „in dem man nicht mit Feuchtigkeit, sondern mit Luft bestrahlt“ würde, sagte Rittner. „Wir werden alle Spieler vorher testen, die Anreisepflicht zwei Tage vor dem Event haben“, berichtete sie.

„Es wird leider keine Autogramme geben, und auch keinen Kontakt von Spielern und Spielerinnen zu Kindern oder zu Fans“, stellte Rittner klar. (dpa)

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