HP_SportSPOD04FRD-B_1105_4c_1
+
Gewann 2016 in Rio Gold mit Laura Ludwig: Kira Walkenhorst.

Beachvolleyball

Zurück im Sand

Beachvolleyballerin Kira Walkenhorst will nach zwei Jahren Pause zur Deutschen Meisterschaft.

Es kam alles anders als erwartet. Eigentlich wollte sich Kira Walkenhorst in Ruhe mit Melanie Gernert auf ihr Comeback vorbereiten – dann wirbelte Corona die Pläne der 29-Jährigen gehörig durcheinander. Jetzt kehrt die Beachvolleyball-Olympiasiegerin nach einer Mini-Vorbereitung mit neuer Partnerin am Wochenende in Düsseldorf zurück in den Sand – mit dem Ziel, sich für die deutschen Meisterschaften zu qualifizieren.

„Die Nervosität ist noch nicht da, aber ich bin mir sicher, dass die vor dem Spiel noch kommen wird“, sagt Walkenhorst. Es blieb schlicht keine Zeit für solche Gedanken. Erst seit Kurzem steht fest, dass sie mit der 18 Jahre jungen Anna-Lena Grüne um ein Ticket für die deutschen Titelkämpfe in Timmendorfer Strand (3. bis 6. September) kämpft.

Paris 2024 nur schmerzfrei

„Wir hatten zwei Wochen Vorbereitung, wir haben ein gutes Niveau auf nationaler Ebene. Deswegen ist mein Ziel, dass wir uns für Timmendorf qualifizieren,“ sagt Walkenhorst. Damit rechne sie aber maximal bei der Tourstation in Hamburg (14. bis 16. August).

Immerhin muss sich das neu formierte Duo erst einmal einspielen. Die geplante Rückkehr mit Melanie Gernert fiel zunächst der Pandemie zum Opfer, stattdessen standen erst einmal die Kinder im Vordergrund. „Es waren jetzt vier Monate, in denen wir uns, wie viele andere Eltern auch, 24/7 um die Drillinge zu Hause kümmern mussten, da war an Sport bis auf ein paar Stabi-Übungen nicht wirklich zu denken“, sagt Walkenhorst, deren Ehefrau Maria im Herbst 2018 die Drillinge Emma, Pepe und Mo zur Welt gebracht hat.

Als vor knapp zwei Wochen der Anruf kam, dass die Kita in Hamburg wieder öffnet, „stand ich ohne Partnerin da“, sagt Walkenhorst. Gernert habe sich nach Absprache bereits eine neue Mitspielerin gesucht. Obwohl alles „sehr kurzfristig und mit vielen Fragezeichen versehen“ war, hielt die Weltmeisterin von 2017 jedoch an ihrem Vorhaben fest, die Bundesnachwuchstrainer brachten schließlich Anna-Lena Grüne ins Spiel.

Mit ihr will Walkenhorst noch einmal angreifen, bremst aber die Erwartungen: „Ich bin natürlich noch nicht auf dem Niveau von 2016.“ In jenem Jahr schmetterte sie sich mit ihrer damaligen Partnerin Laura Ludwig in Rio zu Olympia-Gold. Noch einmal bei den Spielen zu starten, schließt Walkenhorst nicht aus: „Wenn ich merke, dass mein Körper das schmerzfrei mitmacht, dann könnte ich mir Paris 2024 tatsächlich vorstellen. Aber das kommt natürlich auch ein bisschen auf die Partnerin an.“

Vorher muss sie sich aber erst wieder herantasten: „Die erste Woche hatte ich großen Muskelkater, aber es pendelt sich ein.“ Das dürfte sie jedoch mit Blick auf die vergangenen Jahre wenig stören. Im August 2018 bestritt Walkenhorst ihr vermeintlich letztes Spiel, bevor sie verletzungsbedingt ihre Karriere vorerst beendete. Das Training habe sie in dieser Zeit teilweise nach zehn Minuten abbrechen müssen. „Irgendwann habe ich es laut ausgesprochen: Das war es, es geht nicht mehr.“ Nun geht es doch wieder. (sid)

Kommentare