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Als „Legenden des Sports“ ausgezeichnet: Die ehemaligen Biathletinnen Magdalena Neuner (links) und Laura Dahlmeier.

Sportpresseball

Im Zeichen des Mauerfalls

Große Emotionen beim 38. Sportpresseball in Frankfurt.

Beim 38. Sportpresseball in der Alten Oper in Frankfurt feierten die deutschen Stars und Sternchen traditionell eine rauschende Gala, die diesmal ganz im Zeichen der historischen Ereignisse am 9. November 1989 stand. Unter dem Motto „Der Ball für Deutschland“ erinnerten die Veranstalter an den Tag vor 30 Jahren, der auch für viele DDR-Sportler ein einschneidendes Erlebnis war und die danach im bundesdeutschen Sportsystem ihren Weg finden mussten. Drei Sportler, denen das mit Nachdruck gelang, wurden vor den über 2000 Gästen mit einem besonderen Preis geehrt. Ex-Skispringer Hannawald, Box-Idol Henry Maske und in Abwesenheit Ex-Fußballer Matthias Sammer erhielten die Auszeichnung für „Besondere Verdienste um den gesamtdeutschen Sport“.

Die Organisatoren würdigten damit „drei Athleten“, die „mit ihrer Biographie bewiesen haben, welche integrative Kraft der Sport über alle Grenzen hinweg entwickeln kann“, hieß es in der Begründung. Hannawald, der 2001/02 als erster Athlet alle vier Springen bei einer einzigen Vierschanzentournee gewann, durfte sich sogar doppelt freuen: Er feierte am Samstag seinen 45. Geburtstag.

„Der Tag des Mauerfalls war kein Tag wie jeder andere. Für mich nicht, für keinen von uns“, sagte Hannawald, der wenige Monate nach der Wende mit seiner Familie in den Westen gezogen war, rückblickend: „Beide Seiten, Ost und West, sind ein Teil meiner Persönlichkeit. Beide möchte ich nicht missen. Und in diesem Sinne glaube ich, dass der Mauerfall das Beste ist, was uns Deutschen passieren konnte. Und es liegt weiterhin an uns allen, etwas richtig Gutes daraus zu machen.“

„Sportler mit Herz“: Rennfahrer Mick Schumacher.

Emotional wurde es, als Mick Schumacher die Bühne betrat. Der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher nahm die Ehrung als „Sportler mit Herz“ entgegen. Die Jury würdigte „Menschlichkeit, Fairness und Engagement“ des 20-Jährigen, dessen berühmter Vater seit einem schweren Skiunfall 2013 um die Genesung kämpft. „Es ist eine Ehre für mich. Ich bin so etwas nicht gewohnt“, sagte Schumacher.

Über die klangvollste Auszeichnung durften sich zwei Biathlon-Ikonen freuen. Magdalena Neuner und Laura Dahlmeier, Königin und Thronerbin, wurden gemeinsam für ihre herausragenden Karrieren als „Legenden des Sports“ ausgezeichnet. Beide wurden jeweils Doppel-Olympiasiegerin, Neuner ist mit zwölf WM-Titeln Rekordweltmeisterin, Dahlmeier kommt auf sieben WM-Goldmedaillen.

„Es ist etwas Großartiges, aber auch etwas komisch, mit 32 schon Legende des Sports zu werden“, sagte Neuner: „Wenn man sieht, wer diese Auszeichnung schon alles bekommen hat, macht mich das sehr stolz.“ Die Belastungen des Sports ließen beide frühzeitig einen Schlussstrich unter ihre Karriere ziehen, jeweils mit 25 war Schluss. Neuner trat 2012 zurück, Dahlmeier nach der vergangenen Saison.

Komplettiert wurde die Liste der Preisträger von Gerhard Delling. Der langjährige ARD-Moderator wurde in der Kategorie „Sportmedien“ ausgezeichnet. Der 60-Jährige erhielt den Preis vom früheren Fußball-Weltmeister Günter Netzer, der gemeinsam mit Delling ein Duo mit Kultcharakter bildete. (sid)

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