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Zum Liebhaben: Franck Ribéry.
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Zum Liebhaben: Franck Ribéry.

Franck Ribéry

Der Zaubermeister

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Der Bayern-Star spielt in seiner eigenen Liga und nähert sich alter Form.

Der Gift und Galle spuckende Frankfurter Berufsfußballer Patrick Ochs hat im Bundesligaspiel gegen die Bayern irgendwann mal den Hammer rausgeholt und zu einer saftigen Blutgrätsche angesetzt. Da rauschte er dann mit den Füßen vorneweg auf Höhe der Grasnarbe heran und in die Beine von Franck Ribéry, der sich Sekunden später mit verzerrtem Gesicht auf dem Rasen krümmte. Ochs sah Gelb und erzählte später durchaus stolz, dass er da "ein Zeichen" an die eigene Mannschaft gesendet habe, "und dann muss eben auch mal ein Ribéry dran glauben". Da klang durchaus viel Hochachtung mit. Und für alle Fußball-Laien sei gesagt: Zeichen setzt man vornehmlich gegen den Besten des Kontrahenten - und Ribéry ist der Beste, der mit Abstand Beste.

Es war Franck Ribéry, der beim mühevollen Sieg in Frankfurt den Unterschied machte, der die endgültige Zuversicht und die große Hoffnung nach München zurückkehren ließ, dass womöglich doch alles ein gutes Ende nehmen wird mit dem so holprig gestarteten Abonnement-Meister. Die Bayern, das zeigte die Partie in Frankfurt überdeutlich, hängen am Tropf von Ribéry, sie sind angewiesen auf die Inspiration und Kreativität des französischen Nationalspielers, auf seine hingebungsvollen Dribblings und waghalsigen Soli. "Wir brauchen so einen Typen", sagt Trainer Jürgen Klinsmann, "seinen unbändigen Willen und seine ständigen Überraschungsmomente". Der 25-Jährige spielt in seiner eigenen Liga.

In Frankfurt bereitete der Spaßvogel ein Tor wunderbar vor, den Siegtreffer erzielte er selbst. Er war Dreh- und Angelpunkt, der ICE unter vielen Bummelzügen, und in seinem Glanz verblassten alle anderen hochdekorierten Münchner Millionarios.

Dabei, und das klingt fast wie eine Drohung für die Konkurrenz, sieht er sich selbst erst bei 85 Prozent seines Leistungsvermögens. Das ist angesichts seiner schweren Verletzung nachvollziehbar: Im Gruppenspiel der Europameisterschaft gegen Italien zog er sich einen Riss des Syndesmosebands zu. Dreieinhalb Monate Pause. "Das steckt man nicht so einfach weg", bekundet Klinsmann. Ribéry brauchte seine Zeit, bis er wieder ins Rollen kam. Auch jetzt sei er noch nicht ganz der Alte. "Er benötigt Spiele, um wieder auf 100 Prozent zu kommen", sagt Klinsmann. Doch auch ein paar Prozentpunkte weniger genügen, um die Konkurrenz und den Bayern-Trainer zu beeindrucken. "Er schmeißt sich da aufopferungsvoll rein", sein "Esprit und Spielwitz" tue der gesamten Mannschaft gut, urteilt Klinsmann.

Ribéry nähert sich der Form der vergangenen Spielzeit, als er die Bundesliga verzauberte, die Fans betörte. So etwas wie ihn, diesen entfesselten Zaubermeister, hatte man hierzulande noch nicht gesehen. "Die letzte Saison war die beste meines Lebens", sagt der linke, offensive Mittelfeldspieler.

Bei Ribéry, der auch in der Equipe Tricolore längst Chef im Ring ist, weiß man nie, was kommt. Mit seiner Explosivität, seinen Geistesblitzen, mit seinen unkonventionellen Dribblings kreiert er stets neue und brenzlige Spielsituationen. Er ist atemberaubend, eine Attraktion, ja Weltklasse. "Seinem Charme und seiner Spielweise", urteilt Manager Uli Hoeneß, "kann sich niemand entziehen."

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