Weltcup-Riesenslalom

Zaghafte Schwünge

Skirennläuferin Viktoria Rebensburg verpasst in Südtirol das Podest.

Es war Viktoria Rebensburg anzusehen, dass sie derzeit nicht ganz fit ist. Der Reißverschluss ihres Anoraks war ganz hochgezogen, auch wenn sie versicherte, die Erkältung, die sie sich in der vergangenen Woche zugezogen hatte, sei weitgehend auskuriert. Doch wer das Bett hüten muss, kann nicht trainieren, daher war Rebensburg auch einigermaßen zufrieden mit Rang fünf beim Weltcup-Riesenslalom am Kronplatz in Südtirol, wo sie im Vorjahr noch gewonnen hatte.

„Für das, was die letzten Tage war“, sagte Rebensburg, sei sie mit ihrer Platzierung „ganz zufrieden“, sie habe „das Maximum“ für sich herausgeholt. Was sie aber gestört haben dürfte: der Rückstand von 2,31 Sekunden auf Mikaela Shiffrin (USA), die in herausragender Manier zu ihrem 53. Sieg im Weltcup fuhr. „Der Rückstand ist schon ein Brett“, sagte Rebensburg, betonte aber: „Das ist für mich gerade nicht die oberste Priorität.“ Sondern: Erst mal vollständig gesund und fit werden.

„Wenn die Mikaela einen Traumtag erwischt, dann ist sie weit voraus“, sagte Rebensburg, ein wenig trotzig aber behauptete sie: „Das ist auch bei mir möglich. Ich weiß, was ich kann im Riesenslalom.“ Das Resultat am Kronplatz sei deshalb nur die halbe Wahrheit – wenn überhaupt: „Grundsätzlich glaube ich, dass die Welt, dass die Realität im Riesenslalom eine andere ist“, sagte Rebensburg im BR. Nachweisen könnte sie dies in Kürze auch bei der WM in Are/Schweden (5. bis 17. Februar).

Diesmal aber war Rebensburg vom Podest, auf dem neben der unwiderstehlichen Shiffrin noch Weltmeisterin Tessa Worley (Frankreich/+1,21 Sekunden) und Marta Bassino (Italien/+1,57) standen, nach zuletzt zwei zweiten Plätzen in Courchevel sowie am Semmering 0,74 Sekunden entfernt. Ein Umstand, den sie aber nicht alleine auf ihre gesundheitlichen Probleme zurückführen wollte. Der erste Lauf sei teilweise „zu zaghaft“ gewesen, und „einige Schwünge haben nicht hundertprozentig gepasst“.

Bei Shiffrin – passte alles. „Ich habe mich im Riesenslalom noch nie so gut gefühlt“, behauptete die 23-Jährige, immerhin Olympiasiegerin in dieser Disziplin. Bei Halbzeit im Weltcup, nach 19 von 38 Rennen, hat sie bereits zehn Rennen gewonnen, der Rekord von 14 Saisonsiegen, aufgestellt vor 30 Jahren von der Schweizerin Vreni Schneider, wird wohl fallen. Vielleicht auch der Punkterekord von Tina Maze (Slowenien/2414) aus dem Jahr 2013: Shiffrin hat bereits 1394 Punkte.

Bereits am kommenden Freitag geht es weiter für die Frauen, sie siedeln über nach Cortina d‘Ampezzo, wo zwei Abfahrten und ein Super-G anstehen. (sid)

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