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Jan Christian Müller ist Sportredakteur der Frankfurter Rundschau.
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Jan Christian Müller ist Sportredakteur der Frankfurter Rundschau.

Kommentar

Wunderkind Takefusa Kubo wird Weltstar oder vergessen

Eine Prophezeiung über das künftige Leistungsvermögen eines Kindes ist schier unmöglich. Das Beispiel Messi macht aber einigen Clubs Mut. Der FC Barcelona verpflichtet den elfjährigen Japaner Takefusa Kubo.

Von Jan Christian Müller

Eine Prophezeiung über das künftige Leistungsvermögen eines Kindes ist schier unmöglich. Das Beispiel Messi macht aber einigen Clubs Mut. Der FC Barcelona verpflichtet den elfjährigen Japaner Takefusa Kubo.

Vielleicht werden wir in ein paar Jahren den Namen des Japaners Takefusa Kubo längst schon wieder vergessen haben. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Vielleicht wird der Elfjährige, den der FC Barcelona schon vor zwei Jahren in Yokohama gesichtet und nun von Kawasaki Frontale verpflichtet hat, noch in diesem Jahrzehnt als Weltstar gefeiert. Die Wahrscheinlichkeit ist gering.

Denn alle Experten sagen, dass eine Prophezeiung über das künftige Leistungsvermögen eines Kindes in diesem Alter schier unmöglich ist. Niemand könne vorhersehen, wie sich ein Elfjähriger körperlich entwickelt. Niemand wisse, wie ein Kind nach der Reise um die halbe Welt damit zurecht kommt, in der neuen, fremden Umgebung, in die ihn nur seine Mutter begleitet, schon viel zu früh als neuer Messi geadelt zu werden. Wie schwer trägt der kleine Kerl mit den dunklen Augen, dessen Vater Mexikaner sein soll, an diesem Bündel?

Natürlich kennen sie beim FC Barcelona die Bedenken. Und doch hat der Klub gehandelt. Der Konkurrenzdruck um hochbegabte Kinderkicker ist zusehends bizarrerer ausgeufert. Lionel Messi trägt daran, völlig unschuldig, eine gehörige Portion Mitschuld. Das Wunderkind war erst 13, als Barca es von den Newells Old Boys aus Argentinien nach Europa holte. Messi ist ein seltenes Beispiel dafür, dass gut geschulte Talentspäher schon sehr früh sehr richtig liegen können.

Diese Restwahrscheinlichkeit reicht vielen Klubs, wiewohl die Fifa weltweite Kindertransfers für Minderjährige zu deren eigenem Schutz inzwischen verbietet. Aber die Regularien werden von findigen Vereinen regelmäßig unterlaufen. Sie verzichten in solchen Fällen dann eben auf Einsätze in Verbandspflichtspielen, was die Perspektive eines Talents ohne Spielpraxis natürlich nicht verbessert.

Auch für Takefusa Kubo, den Wirbelwind mit dem starken linken Fuß, wird gelten: Wenn er sich eines Tages als nicht mehr gut genug erweisen sollte, sich im Verdrängungswettbewerb gegen die Besten seiner Jahrgänge durchzusetzen, werden sie in Barcelona das Interesse an ihm verlieren. Dann wird er damit klarkommen müssen, in einer längst vergangenen Zeit einmal der Messi Japans gewesen zu sein. Aber das wird niemanden mehr interessieren.

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