+
Braucht kein Mensch: Fans, die Raketen auf andere Schießen

Ausblick

Wünsche für den Fußball 2017

Der Jahreswechsel ist auch eine Zeit für gute Vorsätze und Wünsche. Auf viele Dinge könnte man im Fußball ab 2017 gerne verzichten. Ein Kommentar.

Von Jan Christian Müller

Neues Jahr, neues Glück? Wahrscheinlich eher nicht. Wir haben dennoch ein paar (fromme?) Wünsche zusammengetragen an Dingen, die wir nicht mehr sehen mögen im Fußball anno 2017:

Trainer und Teams, die Foulspiele und Provokationen mit „Männerfußball“ verwechseln.

Spieler, die sich selbst bei unzweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen gegen sie derart verhaltensauffällig gebärden, als habe die ganze Welt sich gegen sie verschworen.

Vereinsvertreter, die ihren Frust über Fehlentscheidungen via Medien ungezügelt auf Unparteiische gießen.

Reporter, die diese lärmenden Manager devot in deren Furor unterstützen, nachdem sie die vierte Zeitlupe gesehen und den Fehler so endlich auch selbst erkannt haben.

Trainer, die bei einer umstrittenen Einwurfentscheidung in Rumpelstilzchen-Modus schalten, weil sie selbst diese kleine mögliche Ungerechtigkeit nicht anders aushalten.

Vierte Schiedsrichter, die meinen, ständig an der Außenlinie vor den Ersatzbänken auf und ab rennen zu müssen.

Medien, die aus herkömmlicher Trainerkritik an nachlässig trainierenden Profis („Das ist ja wie in der C-Jugend“) ein Drama machen.

Pressesprecher, die früher mal Journalisten waren oder wahlweise Fanreporter und das völlig vergessen zu haben scheinen.

Fans, die sich in Kampfsportstudios auf ihre Einsätze vorbereiten.

Fans, die Raketen auf andere schießen.

Vereine, die diesen Menschen nicht auf allen Ebenen unmissverständlich die Stirn bieten.

Sportrichter, die mit ihren Urteilen dafür sorgen, dass unbescholtene Fans sich in Kollektivhaftung genommen fühlen.

Unbescholtene Fans, die sich deshalb mit Gewalttätern solidarisieren.

Fußballfunktionäre, die am großen Rad drehen und dabei Gefahr laufen, die Kleinen zu vernachlässigen.

Ehemalige Fußballfunktionäre, für die Reue ein Fremdwort ist.

Staatsanwaltschaften, die beim Durchstecken von Informationen an Medien fleißiger sind als bei ihren Ermittlungen.

Spielplaner, die eine Vorrunde noch nicht mal ins Kalenderjahr gepackt bekommen.

Vorsänger, die die Gegner konsequent herabwürdigen, obwohl ihr eigener Klub sich seit Jahren lächerlich macht.

TV-Sender, die zu Fußballtalks berühmte Menschen einladen, die von Fußball keine Ahnung haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion