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Möglichst viel Entspannung mit wenig Aufwand - das suchen die meisten Wellness-Urlauber.

Wirtschaftskrise

Worauf Wellness-Urlauber achten müssen

Aquafitness, Massagen oder einfach nur faulenzen und nichts tun - als Wellness wird heute so ziemlich alles beworben. Urlauber müssen daher genau hingucken, wenn sie einen Wohlfühlurlaub buchen.

Berlin. Aquafitness, Massagen oder einfach nur faulenzen und nichts tun - als Wellness wird heute so ziemlich alles beworben. Urlauber müssen daher genau hingucken, wenn sie einen Wohlfühlurlaub buchen.

Das gilt vor allem dann, wenn sie in der Wirtschaftskrise besonders auf den Preis einer Wellness-Reise schauen - und das tun viele Urlauber. Daneben sollten sie sich aber auch fragen, was sie eigentlich von einem Wellness-Urlaub erwarten. Denn da haben Urlauber oft ganz unterschiedliche Vorstellungen.

Der Wellness-Hype der vergangenen Jahre ist manchen Experten geradezu ein Graus: Denn inzwischen gebe es zahlreiche Anbieter, die lediglich auf der Wellness-Welle mitschwimmen wollen, sagt der österreichische Medizinautor Hademar Bankhofer. "Die bauen sich einen Whirlpool in den Garten, und das heißt dann Wellness." Es sei höchste Zeit, dem einen Riegel vorzuschieben.

Das will zum Beispiel der Deutsche Medical Wellness Verband (DMWV) machen: Er hat kürzlich eine neue Hotelmarke vorgestellt, die vom TÜV zertifizierte Medical-Wellness-Angebote bietet. So könnten Hotelgäste sicher sein, dass sie bei ihrem Aufenthalt auch wirklich etwas für ihre Gesundheit tun. Dazu gehörten etwa medizinische Untersuchungen und nachhaltige Anwendungen. "Es bringt nichts, nur einige Tage ein Wellness-Programm zu machen, und danach vergisst man all das wieder, wofür man da hingefahren ist", sagt der DMWV-Vorsitzende Lutz Lungwitz.

Solche medizinisch betreuten Angebote sind oft aber verhältnismäßig teuer. Angesichts der Wirtschaftskrise wollen viele Deutsche jedoch auch beim Wellness-Urlaub sparen. So steht der Preis für Wellness-Urlauber an erster Stelle, wenn es um die Auswahl ihrer Reise geht - 58,2 Prozent sagen das in einer Umfrage der GfK-Marktforschung. Sie geben im Schnitt zudem etwas weniger für einen Wohlfühlurlaub aus: Waren es in der Saison 2005/2006 noch 486 Euro, sank der Wert im Urlaubsjahr 2007/2008 auf 476 Euro. Einige verzichten sogar ganz auf derartige Reisen: Die Zahl der Buchungen ist in der Zeit von Februar bis April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent zurückgegangen.

Zudem wollen längst nicht alle Wellness-Reisenden abnehmen und sich im Urlaub täglich vom Doktor den Appetit verderben lassen. So ist eine Ernährungsberatung der GfK zufolge nur für 3,5 Prozent der Wellness-Reisenden wichtig - Massagen schätzen dagegen 47 Prozent. Auch macht die Zielgruppe der Medical-Wellness-Urlauber nur 23 Prozent aller Wohlfühlurlauber aus. "Das ist und bleibt also ein Nischensegment", sagt Hildegard Dorn-Petersen vom Deutschen Wellness Verband. Die größte Gruppe der Wellness-Urlauber (30 Prozent) sind dagegen die "gestressten Performer": Sie wollen schnelle Erholung, ohne dafür viel tun zu müssen. Wohlfühlen statt medizinisch betreutem Workout heißt für sie also das Motto.

Auch exotische Massagen sind weniger gefragt, ergab eine Umfrage der Anbieter Wellness-Hotels-Deutschland (WHD) und beauty24.de, an der 151 Hoteliers und 1484 Kunden teilgenommen haben. Für das Jahr 2007 gab fast die Hälfte (rund 46 Prozent) aller befragten Hotels eine Steigerung bei exotischen Anwendungen an, 2008 waren es nur 36 Prozent. "Unsere Kunden wünschen sich keine Experimente oder gar ausgefallene Programme mehr", sagt Michael Altewischer von WHD.

Basis-Behandlungen wie Wohlfühlmassagen und Ganzkörperanwendungen sind der WHD-Umfrage zufolge dagegen stark im Kommen: Etwa 62 Prozent der Hoteliers sehen einen Zuwachs für solche Massagen und fast jeder Zweite (45,70 Prozent) für Anwendungen, die den ganzen Körper umfassen. Grund hierfür sei, dass solche Anwendungen Urlaubern das Gefühl vermittelten, besonders viel für ihr Geld zu erhalten. Ob sie damit richtig liegen? Das dürfte spätestens der Arzt entscheiden, der "gestresste Performer" auf eine Kur schickt, damit sie endlich etwas gegen ihre Rückenprobleme tun. (dpa/tmn)

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