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Hat die Konsequenzen gezogen: Arne Friedrich.

Bundesliga

Vfl Wolfsburg ohne Arne Friedrich

Von Magath aussortiert. Von Verletzungen gezeichnet. Nationalspieler Arne Friedrich verlässt den VFL Wolfsburg. Seine Karriere als Profi-Fußballer bleibt offen.

Von Michael Jahn

Aus Wolfsburg erreichten die Welt gestern zwei höchst unterschiedliche Meldungen, die aber durchaus in gewissem Zusammenhang stehen: a) der VfL feierte mit Trainer Felix Magath ein kleines Oktoberfest und b) der VfL und Nationalspieler Arne Friedrich haben ihre Zusammenarbeit beendet.

Am Sonntag, unmittelbar nach dem Training des Bundesligisten, der am Tag zuvor 1:3 in Hoffenheim verloren hatte, schlüpfte der allmächtige Cheftrainer und Manager Magath in zünftige Lederhosen und hängte sich ein Lebkuchenherz um den Hals. Auf dem improvisierten Oktoberfest in einem Wolfsburger Romantikhotel feierte der Trainer mit seinen Profis und deren Familien. Kapitän Christian Träsch oblag der Fass-Anstich. „Jetzt, wo der Kader feststeht“, sagte Magath, „ist es wichtig, dass sich alle kennenlernen und zusammenrücken.“

Der einstige Abwehrmann und 82-malige deutsche Nationalspieler Arne Friedrich, 32, soll laut Augenzeugen nicht bei der Veranstaltung dabei gewesen sein. Er gehört in die Kategorie der aussortierten oder nur schlecht gelittenen Spieler aus der Ära des ehemaligen VfL-Managers Dieter Hoeneß, mit denen Magath nicht mehr viel anzufangen wusste. Es ist anzunehmen, dass die Trennung von Friedrich, die erst gestern Mittag publik wurde, schon vor dem Bieranstich feststand.

Friedrich hatte die Neuigkeit auf seiner Homepage verbreitet: „Liebe Fans! Ich habe heute beim VfL Wolfsburg um Auflösung meines Vertrages gebeten. Beide Seiten haben sich einvernehmlich getrennt. Ich werde die nächsten Wochen nutzen, um gut zu überlegen, wie es weitergehen soll und welchen Weg ich einschlagen möchte.“ Die Trennung kommt gar nicht so überraschend. Friedrichs Wirken in Wolfsburg – er war im Sommer 2010 nach acht Jahren bei Hertha BSC für eine Ablöse von rund 2,5 Millionen Euro zum VfL gewechselt ? war vor allem durch seine langwierigen Verletzungen gekennzeichnet.

Als einen der besten Abwehrspieler der WM in Südafrika hatte ihn der damalige VfL-Manager Hoeneß zum Werksklub gelotst und mit einem hoch dotierten Vertrag bis 2013 ausgestattet. Friedrichs Zukunft, sportlich wie finanziell, schien gesichert. Im August 2010 musste sich der Innenverteidiger dann einer Bandscheiben-Operation unterziehen. Er fiel die gesamte Hinrunde aus. Als er sich wieder in die Mannschaft gekämpft hatte, musste er sich in diesem Sommer einer langwierigen Behandlung an der lädierten Bandscheibe unterziehen. Seitdem spielte er in den Planungen von Magath keine Rolle mehr.

Training mit den Amateuren

Der Cheftrainer ließ Friedrich in den zurückliegenden Wochen nur mit der Amateurmannschaft unter Coach Lorenz-Günter Köstner trainieren, was den Abwehrmann frustrierte. Sport-Bild lästerte, Friedrich könne nicht einmal Purzelbäume schlagen, darum sei er noch immer untauglich für die Profimannschaft. Friedrichs langjähriger Berater, Jörg Neubauer, sagte dieser Zeitung: „Arne war jetzt vier Wochen im Training.“ Er bestätigt, dass die Trennung von Friedrich ausgegangen sei, „aber solch ein Entschluss reift nicht von einem Tag auf den anderen“.

Die große Frage ist, ob Friedrich seine Karriere wegen der angegriffenen Gesundheit beendet oder ob er noch einmal einen neuen Verein sucht. Der Profi will sich dazu noch nicht äußern, sein Berater sagt, Friedrich werde in Ruhe nach einer Lösung suchen: „Die Geschichte ist im Moment wirklich offen.“

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