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Frauen-WM

Von Wolfsburg bis Augsburg

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Heute fällt Entscheidung, in welchen Stadien bei der Frauen-WM 2011 gespielt wird.

Die magischen Momente der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sind vielen Verantwortungsträgern noch gegenwärtig. Vor allem bei Wolfgang Niersbach, früher lenkende Hand im Organisationskomitee der WM 2006, heute Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes. Klar, dass der gebürtige Düsseldorfer als wichtiger Ratgeber und Verbindungsmann in der DFB-Zentrale für das OK der Frauen-WM 2011 im Lande zur Verfügung steht. "Wenn wir Franz Beckenbauer noch mal zum Papst schicken, schaffen wir vielleicht ein kleines Sommermärchen", hat der 57-Jährige kürzlich gesagt. Das war ein Spaß.

Heute wird es ernst. Exakt 1000 Tage vor der Frauen-WM (26. Juni bis 17. Juli 2011, 16 Mannschaften, 32 Spiele) werden die Spielorte vorgestellt. Elf Bewerberstädte (Augsburg, Bochum, Berlin, Bielefeld, Dresden, Frankfurt, Leverkusen, Magdeburg, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg) gibt es, favorisiert wird vom OK ein Modell mit acht Stadien plus Berlin als Ort des Eröffnungsspiels (mit Deutschland). Ausgeklügelt hat dies der zuständige Frankfurter Stadienexperte Winfried Naß. Vorbehaltlich der Zustimmung des DFB-Präsidiums müssen den Vorschlag heute auch die Fifa-Funktionäre abnicken - alternativ wurde deshalb auch ein Modell mit nur sechs Stadien entworfen.

Sinsheim hat auch gute Karten

Gesetzt sind Augsburg, Wolfsburg und Sinsheim aus regionalen Gesichtspunkten, Berlin und Frankfurt als OK-Zentrale und Fifa-Hauptquartier ohnehin. Besonders zittern müssen Bochum und Bielefeld - eine dieser beiden Städte fällt wohl sicher durchs Raster. Der andere Streichkandidat dürfte Magdeburg sein, es könnte aber auch Mönchengladbach oder Leverkusen treffen.

Ähnlich wie bei der WM 2006 soll auch der Etat für den zweiten deutschen Fifa-Großauftrag ohne öffentliche Gelder auskommen. Die veranschlagten 50 bis 55 Millionen Euro sollen sich aus dem Verkauf der Eintrittskarten und den Zuwendungen von sechs nationalen Förderern speisen. "Wir haben eigentlich alle sechs bereits gefunden", sagt Niersbach. Mindestens 30 Millionen soll der Ticketverkauf bringen - dafür müssten aber nicht nur 90 Prozent der Karten verkauft, sondern auch ein Durchschnittspreis von deutlich über 40 Euro erhoben werden, da neben Steuern auch noch zehn Prozent der Ticketeinnahmen den Spielorten zugute kommen.

Etlichen Städten ist bekanntlich erst bei Durchsicht der detaillierten Stadionverträge klar geworden, welche weitreichenden Verpflichtungen sie gegenüber OK und Fifa eingehen. "Wir wollten uns damit Diskussionen ersparen, die nach der Stadienauswahl zur WM 2006 geführt worden sind", erklärt Niersbach, "deshalb sind die Stadienverträge klarer gefasst." Die Auflagen umfassen auch eine sogenannte Host-City-Vereinbarung: Jede Stadt hat eine Festmeile an exponierter Lage einzurichten, Protokollstrecken sind zu beflaggen und bei der Auswahl der Volunteers mitzuhelfen.

In Parlamenten oder Magistraten mündeten die diktierten Bedingungen teils in heftige Diskussionen; in Frankfurt, Augsburg, aber auch anderswo. In Augsburg rechneten die Politiker schon aus, was vier Partien in der für 45 Millionen Euro im Bau befindlichen neuen Arena kosten dürften. Erstaunliches Ergebnis: bis zu sechs Millionen Euro. "Das ist kein verlorenes Geld", betont Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl.

Doch auch der CSU-Politiker wird wissen, dass die wirklichen Highlights wohl nicht in der Fuggerstadt stattfinden. Dem Vernehmen nach wird ein Spielplan kreiert, bei dem beispielsweise in Frankfurt ein Spiel mit deutscher und eines mit brasilianischer Beteiligung sowie das Finale stattfinden. Daher wird man in manch einer Stadt mächtig trommeln müssen, um die Tribünen zu füllen - Magie einer WM hin oder her.

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