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Laufstart beim Ironman Germany 2003

17. bis 23. Mai

Woche 21: Viel geschafft - doch nie genug

Selten stehend k.o. - aber immer reif für ein Schläfchen

Von Oliver Bechmann

Ein Leser des Tagebuchs hat mich gefragt, warum ich nicht in den frühen Abendstunden radfahre und abends/nachts laufe. Nun - ich laufe wirklich nicht gerne im Dunkeln. Nicht aus Angst vor bösen Männern (bin ja nebenberuflich Selbstverteidigungsexperte). Sondern wegen Verletzungsgefahr auf Waldwegen. Außerdem will ich eigentlich gegen 23 Uhr ins Bett, weil ich ja morgens früh raus muss - vor allem dann, wenn ich vor der Arbeit noch schwimmen gehen will. Und mit einem kurz zuvor hochgefahrenen Kreislauf kann ich nur schlecht einschlafen. Nachts zumindest.

Tagsüber ist das anders. Zumindest meine Frau ist immer wieder verblüfft, wie ich nach einer längeren Trainingseinheit auf der Couch zusammenklappen und unvermittelt einschlafen kann. Dabei müßte sie sich daran erinnern, wie ich mich nach dem Zieleinlauf beim Hamburg-Marathon vor zwei Jahren auf den Asphalt gelegt habe und eingepennt bin...

Das Wochenprogramm:

Am Montag haben wir es geschafft, 14 Kilometer in 1:12 Stunden bei einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 139 zu laufen - das war für unsere Verhältnisse ziemlich flott, immerhin ein Gesamtschnitt von 5:08 Minuten auf den Kilometer. Das ist nicht bombig - aber vielversprechend.

Am Dienstag das übliche trainingstechnische Trauerspiel: Ich bin zu gar nichts gekommen außer meinen Pflichten als FR-Redakteur und Krav Maga-Instructor nachzukommen.

Folglich haben wir uns am Mittwoch auf die Räder geworfen und sind in 3:17 Stunden 82 Kilometer nach Wittgenborn in der Nähe von Wächtersbach gefahren. Das bedeutet einen Schnitt von knapp 25 Stundenkilometern trotz all der Langsampassagen in Ortsdurchfahrten und dem sieben Kilometer langen Anstieg von Breitenborn nach Wittgenborn, also ganz passabel. Natürlich keine Spitzenzeit - aber rein rechnerisch würden wir damit im Zeitlimit des Opel Ironman liegen. Denn da ist ja die Strecke gesperrt und man kann ungebremst und vom Straßenverkehr ungefährdet durchsausen.

Während wir am Mittwoch mehr kontinuierlich die Kurbel getreten haben, haben wir am Donnerstag einen Schwerpunkt auf Belastungswechsel gelegt. Wir sind nur 47 Kilometer gefahren, haben dabei aber die drei Haupt-Anstiege der Ironman-Strecke - Wachenbuchener Hühnerberg, Bad Vilbeler Heilsberg und Bergen-Enkheimer Steigung - direkt hintereinander absolviert. Gedauert hat die Tour 1:45 Stunden, und das bedeutet ein Schnitt von 26,86 Stundenkilometer - auch o.k. Vor allem, weil mein Herzfrequenzdurchschnitt bei 123 lag, ich mich also nicht gerade totgefahren habe.

Im Sinne eines Koppeltrainings haben wir im Anschluss die Laufschuhe angezogen und sind zehn Kilometer in knapp einer Stunde gelaufen. Durchschnittliche Herzfrequenz: 137. Aber ich war sehr müde - die Anstiege beim Radfahren habe ich in den Beinen deutlich gespürt. Kann’s was damit zu tun haben, dass ich danach ein kleines Schläfchen eingelegt habe...?

Und dass am Freitag gar nichts lief?

Am Samstag haben wir uns aufgerappelt und sind 22 Kilometer in 2:17:47 gelaufen, also mit einem Kilometerschnitt von 6:15, eine erbärmliche Zeit, aber was soll’s. Immerhin endlich mal wieder wenigstens die Halbmarathon-Distanz.

Dafür war der Sonntag eine Freude: Zum ersten Mal in diesem Jahr mit dem Neopren-Anzug bei kühlem Wetter morgens ins Freibad - und somit fast alleine im 50-Meter-Becken. War das toll! Etwas mehr als eine Stunde habe ich für drei Kilometer gebraucht - da konnte ich jubilieren (siehe Tagebuch-Eintrag "Ich kann nicht schwimmen") und meiner Frau und dem polnischen Schwimmlehrer fürs gute Training danken.

Allerdings hatte ich saukalte Füße und einen vom Neopren-Kragen bös' aufgeriebenen Nacken. Und ein bißchen bange ist mir immer noch angesichts der zu erwartenden Prügelei beim Schwimmstart im Langener Waldsee. Als Kampfsportler bin ich zwar Austeilen und Einstecken gewohnt, aber als Kontaktlinsenträger fürchte ich den etwaigen Verlust meiner Schwimmbrille.

Nach einer Pause sind wir dann noch 13 Kilometer gelaufen, in 1:19:09 bei einer Herzfrequenz von durchschnittlich 135.

Also in dieser Woche haben wir eine ganze Menge geschafft - aber genug ist es natürlich nie. Und der "längste Tag" rückt immer schneller immer näher...

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Nächste Woche geht's weiter...

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