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"Wir sind für alle Fälle gewappnet und haben in Gerald Ciolek auch einen erstklassigen Sprinter dabei", sagt Linus Gerdemann.
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"Wir sind für alle Fälle gewappnet und haben in Gerald Ciolek auch einen erstklassigen Sprinter dabei", sagt Linus Gerdemann.

FR-Interview mit Linus Gerdemann

"Wir müssen unsere Gegner mürbe fahren"

Milram-Profi Linus Gerdemann im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über die Siegchancen seines Teams beim Eschborn-Frankfurt City Loop, Lance Armstrong und seine Ziele bei der Tour de France.

Milram-Profi Linus Gerdemann im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über die Siegchancen seines Teams beim Eschborn-Frankfurt City Loop, das Meldesystem im Antidopingkampf, die Rückkehr von Lance Armstrong und seine ganz persönlichen Ziele bei der Tour de France.

Herr Gerdemann, Ihr Milram Teamchef Gerry van Gerwen fordert einen Sieg in Frankfurt. Dabei fällt immer auch Ihr Name - haben Sie überhaupt die Form, um am 1. Mai aufs Podium zu fahren?

Das ist schwer zu sagen. Ich habe in den letzten Wochen gut trainiert, aber der Eschborn-Frankfurt City Loop ist ja keine Bergankunft. Da gehört auch eine Portion Glück dazu.

Auch wenn die Schleife wieder durch den Taunus führt, so hat sich die Streckenführung geändert. Einer Ausreißergruppe wird es diesmal leichter fallen, ihren Vorsprung bis ins Ziel zu retten. Das dürfte Ihnen entgegenkommen...

...das stimmt, aber wie gesagt, es gehört auch eine gehörige Portion Glück dazu.

Welchen Stellenwert besitzt für Sie das Rennen am 1. Mai?

Einen sehr hohen auf jeden Fall. Dieses Rennen habe ich schon als Jugendlicher im Fernsehen verfolgt und jetzt als Profi möchte ich alles dafür tun, dass wir das Rennen gewinnen.

Wir? Das heißt, Sie gehen nicht als Kapitän ins Rennen?

Wir sind mit einer auch in der Breite sehr starken Mannschaft am Start. Wir wären daher nicht gut beraten, nur auf einen Fahrer zu setzen. Wir müssen als Team unsere Gegner mürbe fahren und dann schauen, wer die besten Beine hat. Schließlich sind wir für alle Fälle gewappnet und haben in Gerald Ciolek auch einen erstklassigen Sprinter dabei, der zuletzt zwar etwas krank war, jetzt aber wieder fit ist.

Es war zu hören, dass auch Sie im Frühjahr gesundheitliche Probleme hatten.

Ich hatte während der Baskenland-Rundfahrt Rückenprobleme. Das habe ich mittlerweile aber in den Griff bekommen. Ich war beim Chiropraktiker, da hat es mal kurz geknackst und jetzt geht's wieder. Ich bin zuversichtlich.

Zuversicht ist etwas, das dem deutschen Radsport momentan abgeht. Es gibt kaum noch Radrennen in Deutschland und Ihr Team ist ohnehin das letzte deutsche Spitzenteam.

Natürlich wäre es wünschenswert, mehr deutsche Rennen zu haben, aber das ist nun halt die Konsequenz aus den Dopingskandalen der letzten Jahre.

Glauben Sie, dass der Radsport das Dopingproblem überhaupt in den Griff bekommen kann?

Es wird immer Unbelehrbare geben. Man sieht den Fahrern ja nicht in den Kopf. Das gilt aber nicht nur für den Radsport. Die positiven Dopingbefunde sind sicher nicht erfreulich, aber in letzter Instanz nötig, um den Sport wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Dazu gehört auch ein intensiv diskutiertes und unter Sportlern umstrittenes Meldesystem.

Im Alltag ist das schon lästig, aber letzten Endes notwendig, um den Antidopingkampf weiter voranzutreiben. Es gibt sicherlich Momente, in denen man nicht erfreut ist, sich abmelden zu müssen, oder Angst hat, sich einen ,Missed Test' einzuhandeln. Aber ich bin froh, dass wir solche strikten Regularien im Radsport haben. Ich bin der Überzeugung, dass sich vieles zum Positiven gewandelt hat, aber das hätte ich auch schon vor einem Jahr gesagt. Es kann immer wieder negative Überraschungen geben.

Ihr Saisonziel ist die Tour de France. Dort könnten Sie auf Lance Armstrong treffen. Wie sehen Sie seine Rückkehr? Wünschenswert oder problematisch?

Es ist sicher nicht an mir, das zu bewerten. Fakt ist aber, dass Lance Armstrong sicherlich ein Magnet ist. Nicht nur für die Radsportfans sondern auch für die Medien. Das ist erst einmal gut für den Radsport. Inwieweit er sich im Antidopingkampf einbringt, vermag ich nicht zu sagen. Aber ich denke, er wird häufig kontrolliert.

Welches Ziel verfolgen Sie in Frankreich?

Es wäre unrealistisch, wenn ich sagen würde, ich könnte bei der Tour um den Sieg fahren. Ich arbeite hart an meiner Form und versuche mich so gewissenhaft wie möglich vorzubereiten...

...in einem Team, dass runderneuert in die Saison gegangen ist. Nun ist zu hören, dass der Sponsor Nordmilch am Ende der Saison sein Engagement überprüfen will. Spüren Sie Existenzängste?

Gerry van Gerwen hat meines Wissens noch einen Zweijahresvertrag mit dem Sponsor. Das gilt auch für mich. Jetzt ist es an uns, mit einer positiven Außendarstellung und entsprechenden Erfolgen dafür zu sorgen, dass sich die Nordmilch AG diese Frage gar nicht erst stellt.

Bislang reichte es nur zu zwei Siegen für Milram. Die Erwartungshaltung rund ums Team war aber bedeutend höher.

Die Mannschaft hat sich eigentlich gut präsentiert. Wir sind ja nicht hinterhergefahren. Wir dürfen jetzt nur nicht nervös werden. Die Stimmung ist gut. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass sich über kurz oder lang auch der sportliche Erfolg einstellen wird.

Es mussten 14 neue Fahrer integriert werden. Ist das ein Grund, weshalb die Siege weitgehend ausgeblieben sind?

Ich kann nur für das Team sprechen, mit dem ich unterwegs war. Wir harmonieren sehr gut und waren stets in der Lage, dem Rennen unseren Stempel aufzudrücken. Christian Knees, Johannes Fröhlinger, Fabian Wegmann und ich harmonieren wirklich gut miteinander.

Welche Mannschaft macht Ihnen am 1. Mai die meisten Sorgen, oder anders gefragt: Wer könnte Ihnen den Sieg wegschnappen?

Saxo Bank ist eine traditionell sehr starke Mannschaft mit guten Individualisten. Auf die müssen wir besonders aufpassen.

Interview: Jörg Hanau

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