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Bremens Baumann (r) soll die Offensive von Rosenberg und Pizarro (M) absichern.
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Bremens Baumann (r) soll die Offensive von Rosenberg und Pizarro (M) absichern.

Champions League

Werder will gegen Inter Defensive stärken

In der Champions League muss Werder Bremen seine spektakuläre Spielweise umstellen und bei Inter Mailands Starensemble die zuletzt vernachlässigte Defensive stärken.

Mailand. Anstrengende Abwehrarbeit statt attraktiver Angriffswirbel: In der Champions League muss Werder Bremen seine spektakuläre Spielweise umstellen und bei Inter Mailands Starensemble die zuletzt vernachlässigte Defensive stärken.

"Wir müssen wie gegen Bayern spielen, nur hinten besser stehen", forderte Clubchef Jürgen Born vor dem zweiten Gruppenspiel im Giuseppe-Meazza-Stadion. Und weil der Fußball-Bundesligist nach dem Stolperstart gegen Famagusta bereits unter Druck steht, sollen mit Frank Baumann und Petri Pasanen zwei Defensiv-Spezialisten ins Team rücken.

"Da müssen wir in der Abwehr anders agieren", sagte Trainer Thomas Schaaf und erklärte: "Dazu gehört es, auch Wege in der Defensive zu gehen, auch jene, die etwas mehr wehtun." Bremen begeisterte zuletzt in der Fußball-Bundesliga mit berauschendem Ballzauber und zehn Toren in zwei Spielen (5:2 bei Bayern München, 5:4 gegen 1899 Hoffenheim). Zugleich kassierte Werder aber auch sechs Treffer - und trifft nun auf den italienischen Meister mit Weltklasse-Stürmern wie Zlatan Ibrahimovic und Adriano. "Wenn wir da anrennen, werden die uns ausspielen", warnte Nationalverteidiger Clemens Fritz. Und Stürmer Claudio Pizarro kündigte an: "Wir werden mehr hinten stehen und kontern."

Daher stehen taktische Wechsel im Vergleich zum Fußball-Feuerwerk gegen Hoffenheim bevor. Der auch als Manndecker einsetzbare Frank Baumann verstärkt das Mittelfeld, so dass wohl der gelernte Stürmer Aaron Hunt Platz machen muss. Und der stürmische Linksverteidiger Sebastian Boenisch dürfte ersetzt werden durch den in der Abwehr stärkeren Petri Pasanen, der erklärte: In Mailand "werden wir wahrscheinlich keine fünf Tore machen", sagte der Finne mit seinem trockenen Humor.

"Wir müssen mal die Null halten", forderte Tim Wiese, der als Torwart zuletzt der Hauptleidtragende der allzu forschen Spielweise war. "Wir müssen gut stehen und dürfen nicht so viel zulassen." Bezeichnend ist, dass Schaaf mit Hugo Almeida einen Stürmer aus dem Mailand-Kader strich. "Meist tauschen wir zwei Stürmer, in Mailand wird das wahrscheinlich nicht so sein", meinte Manager Klaus Allofs.

Den italienischen Catenaccio-Abwehrriegel will Schaaf beim italienischen Meister aber nicht spielen. "Es kommt auf die Balance an", sagte der Coach. "Inter hat eine überragende Offensive, deshalb müssen wir sie auch beschäftigen" - und so möglichst vom Werder- Strafraum fernhalten. "Uns nur einzuigeln, das ist nicht unser Fußball", betonte Clubchef Born. Dass auch die Werder-Offensive nicht immer rund läuft, zeigte sich zuletzt ausgerechnet bei der enttäuschenden Nullnummer im Champions-League-Auftaktspiel gegen Famagusta. So stehen die Bremer unter Zugzwang und müssen auch gegen den Gruppen-Favoriten punkten. "Wir haben etwas gutzumachen", sagte Fritz.

Mailands Startrainer José Mourinho hat Respekt vor den Bremern, schließlich hat er mit Chelsea schon gegen Werder verloren. "Werder ist eine Mannschaft mit großem Offensivdrang und Torhunger", warnte der Inter-Coach. "Ihr Angriffsspiel ist ihr größter Trumpf. Also müssen wir zunächst sicher gehen, dass wir nicht ähnlich überrascht werden wie die Bayern." Er zeigte sich aber siegessicher: "Wir sollten nicht vergessen, dass wir die Tabelle mit drei Punkten anführen und nun zwei Heimspiele haben. Wir können damit bereits nach drei Spielen für die nächste Runde qualifiziert sein." (dpa)

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Inter Mailand: Cesar - Maicon, Cordoba, Materazzi, Chivu - Viera, Cambiasso, Zanetti - Balotelli, Ibrahimovic, Adriano

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Baumann - Frings, Özil - Diego - Rosenberg, Pizarro

Schiedsrichter: Michel (Slowakei)

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