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"Wer läuft, ist weniger krank"

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Volksläufe ziehen Menschenmassen an. Mediziner empfehlen Teilnehmern, nicht ohne Training zu starten.
Volksläufe ziehen Menschenmassen an. Mediziner empfehlen Teilnehmern, nicht ohne Training zu starten. © ap

Oberursel - Die Barmer Ersatzkasse unterstützt das Marathon-Projekt der VHS.

Zeitungsbilder zeigen immer wieder Menschenmassen beim Volkslauf, etwa die 67 000 Starter beim JP Morgan Chase Corporate Challenge. Erfüllt Sie das mit Freude?

Auf alle Fälle. Das passt zu unserer Aktion "Deutschland bewegt sich - für ein gesünderes, besseres und längeres Leben". Da sieht man, das ein Ziel erreicht ist - Menschen für ein ausdauerorientiertes Leben zu motivieren und mobilisieren.

Hinter der Idee stehen allerdings auch wirtschaftliche Interessen.Sicher. Bis zu 30 Prozent der Gesundheitskosten könnten durch Prävention, etwa durch Ausdauersport, eingespart werden. Da gibt es sehr viele positive Beispiele.

Die "Unbeweglichen" verursachen einen höheren volkswirtschaftlichen Schaden als die "Bewegten"?Ganz eindeutig. Ihre Gesundheitsrisiken sind wesentlich höher.

Sind Läufer weniger krank? Rechnet sich das für die Kassen?Wer Ausdauersport betreibt, ist wesentlich weniger krankheitsanfällig. Die Barmer unterstützt daher viele Sport- und Präventionsprojekte in Vereinen.

Wie bewerten Sie das Marathon-Projekt der Volkshochschule?

Die VHS-Idee ist genial. Das ist eine ganz phantastische Sache, qualitativ hochwertig. Dahinter steckt die gigantische Aufgabe, seine Lebensweise, auch die Ernährung, komplett zu ändern.

Es gibt auch Ausfälle. Stressbruch lautet die Diagnose bei einer Teilnehmerin, Gelenkschäden, Sehnenverletzungen und andere körperliche Probleme sind oft Folgen von sportlicher Überbelastung. Das bedeutet Kosten für die Krankenkassen.Das ist ein nicht gewollter Nebeneffekt, kann aber passieren. Man kann auch beim Joggen im Wald über einen Ast stolpern und sich verletzen.

Sieben Menschen sind in diesem Jahr bei Laufveranstaltungen gestorben. Sind das unvermeidbare Todesfälle?In den meisten Fällen dürfte Selbstüberschätzung die Ursache sein. Oder ungenügendes Training. Bei einem Marathon geht jeder an körperliche Grenzen. Ohne ärztliche Voruntersuchung sollte niemand so ein Projekt starten.

Die VHS hat das von allen Teilnehmern verlangt.Die professionelle Betreuung in allen Bereichen hat uns überzeugt. Deswegen sind wir Kooperationspartner eines qualifizierten Anbieters geworden.

Deutschland bewegt sich - passt die grenzwertige Herausforderung Marathon auch in dieses Konzept?Ich sehe da keinen Zwiespalt. Von allen Teilnehmern wird ein hohes Maß an Eigenverantwortung erwartet, das muss die Messlatte sein.

Die Mediziner sind sich nicht einig, ob ein Marathon noch als gesund zu bewerten ist. Wie einigen Sie sich da?

Diskussionen mit Medizinern über dieses Thema gibt es nicht. Das Stichwort ist Eigenverantwortung und die Verantwortung des Kooperationspartners. Wenn die VHS ihr o.k. gibt, ist das geprüft und in Ordnung. Ein ordentlicher Gesundheitscheck ist für jeden Marathonläufer Voraussetzung, bei Zweifeln sollte er verzichten.

Interview: Jürgen Streicher

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