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Wenn Müsli und Co. auf den Magen schlagen

Viel trinken, sparsam mit Fett umgehen, wenig Fleisch, dafür zweimal wöchentlich Fisch, täglich Milch- und Milchprodukte - und vor allem nähr-, ballaststoff- und vitaminreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Reis sowie Getreideprodukte verzehren: Diese von Experten empfohlene Ernährungsweise kann dazu beitragen, dass wir fit und vital bleiben.

(ddp). Viel trinken, sparsam mit Fett umgehen, wenig Fleisch, dafür zweimal wöchentlich Fisch, täglich Milch- und Milchprodukte - und vor allem nähr-, ballaststoff- und vitaminreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Reis sowie Getreideprodukte verzehren: Diese von Experten empfohlene Ernährungsweise kann dazu beitragen, dass wir fit und vital bleiben.

Wenn man sich daran hält und reichlich Grün- und Vollkornkost auf den Speiseplan setzt, gibt es allerdings manchmal unangenehme Überraschungen. Müsli und Co. sind nämlich kein Garant für eine gesunde, beschwerdefreie Verdauung - im Gegenteil. Bis zu 40 Prozent der Deutschen leiden trotz ihres Ernährungswissens an "funktioneller Dyspepsie": Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen oder Blähungen, bei denen keine organischen Ursachen vorliegen.

Denn wer sich Obst ins Müsli schnippelt, weiß oft nicht, dass die sauren Früchte den Magen reizen und die Extraportion Ballaststoffe im Getreide zu vermehrter Gasbildung führen kann. In solchen Fällen sollte man den eigenen Körper beobachten: Was wird vertragen - und wie wird gegessen?

Auf Essgewohnheiten achten

Oft sind verdauungsfeindliche Essgewohnheiten Urheber von Blähbauch und saurem Aufstoßen. So bedeuten etwa Mahlzeiten, die man schnell unterwegs einnimmt, Stress für den Verdauungsapparat. Dass dieser sehr sensibel auf äußere Einflüsse und psychische Prozesse reagiert, bestätigt Julia Scharnhorst, Psychologin und Vizepräsidentin des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen: "Wir haben nicht nur ein Gehirn im Kopf, sondern auch eins im Bauch."

Dieses so genannte Bauchhirn agiert in enger Verbindung mit dem Kopfhirn und gibt Reize direkt weiter. Saures Obst, aber auch Süßigkeiten, fettes Essen, Hülsenfrüchte oder Genussmittel wie Kaffee, Nikotin und Alkohol bringen Magen und Darm schnell aus der Balance.

Bei Befragungen haben Ernährungsberater zudem herausgefunden, dass zum Beispiel ältere Menschen häufig Lebensmittel wie Sauerkraut, Blaukraut, Wirsing, Hülsenfrüchte, Zwiebel etc. als unbekömmlich einstufen. Aber auch Fettes und Frittiertes wird schlecht vertragen.

Was man dagegen tun kann

Schmerzen in der Magengrube und ein unangenehmes Brennen in der Speiseröhre weisen auf einen Säureüberschuss hin, Blähungen und Druckschmerzen sind ein Zeichen für eine Überproduktion von Darmgasen. Beidem lässt sich mit ein paar einfachen Verhaltensregeln entgegenwirken bzw. vorbeugen: So sollte man bei Säurebeschwerden Paniertes und Frittiertes meiden, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen, langsam und entspannt essen und den Magen abends schonen.

Natürlich sollte insgesamt die Aufnahme von Säure gemindert werden: Also Kaffee und Alkohol nur in Maßen sowie bevorzugt stilles Wasser trinken. Wer unter gasbedingten Beschwerden leidet, sollte ebenfalls Kohlensäure in Getränken meiden, außerdem kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen, in Ruhe essen, möglichst wenig Luft schlucken und gut kauen.

Fastfood, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch etc. gehören nicht auf den Speiseplan, verdauungsfördernde Gewürze wie Fenchel, Kümmel und Salbei dürfen dagegen reichlich verwendet werden. Da Milch oft nicht gut vertragen wird, empfiehlt es sich auch, Sauermilchprodukte zu bevorzugen. Und: Vorsicht bei Süßstoffen! Sie können ebenfalls blähend wirken.

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