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Biathlon-Idol bestätigt Aus als Nationaltrainer - „Es gibt keine Mannschaft mehr“

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Von: Niklas Kirk

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Biathlon-Legende Björndalen ist jetzt TV-Experte für das norwegische Fernsehen.
Biathlon-Legende Björndalen © Picture Alliance/Vidar Ruud

Ole Einar Björndalen begleitet den Biathlon-Weltcup als Experte im norwegischen TV. Sein Engagement als Nationaltrainer Chinas fand ein jähes Ende.

Ruhpolding – Acht Olympiasiege, 20 Weltmeistertitel und 94 Einzelsiege im Weltcup. Diese beeindruckende Statistik lassen Fans des Wintersports recht schnell auf Ole Einer Björndalen schließen. Diese Erfolge, gepaart mit der sich daraus ergebenen Expertise für sein Fach, war sicherlich der Beweggrund dafür, warum sich die Chinese Ski Association die Dienste von „Mr. Biathlon“ als Nationaltrainer sichern wollte. Zudem standen olympischen Winterspiele in Peking auf dem Programm.

Doch statt unter Beweis zu stellen, was seine Entwicklungshilfe dem chinesischen Biathlon eingebracht hat, war Björndalen während der Weltcup-Station in Ruhrpolding damit beschäftigt, dem norwegischen Publikum beim Sender TV2 das Geschehen zu erörtern. Während der Übertragung wurde jedoch auch sein Aus im Traineramt thematisiert. „Es ist zuletzt einiges passiert“, wird der 47-Jährige von Süddeutschen Zeitung zitiert.

Biathlon-Idol Björndalen – Für Engagement in China in Norwegen teils kritisiert

Der Grund für das Aus als Nationaltrainer scheint dabei erstmal logisch, denn nach den Spielen in Peking wurde das chinesische Biathlon-Team wieder abberufen. „Ich hätte gerne weitergemacht“, sagt Björndalen, „aber es gibt keine Mannschaft mehr“. Doch die Kommunikation mit den Verbandsverantwortlichen gestaltete sich mitunter als argwöhnisch. So habe Björndalen im März 2022 auf einen eingereichten Leistungsbericht, den er nach den Olympischen Spielen verfasst hatte, schlicht keine Rückmeldung bekommen. „Seit dem Versand dieses Berichts habe ich keine Nachricht von den Chinesen mehr erhalten“, worauf viele Monate der Ungewissheit für seine berufliche Laufbahn folgten.

Aus seinem Heimatland habe es dazu Kritik an seiner Tätigkeit für den Verband eines autoritären Regimes gegeben. In erster Linie von Vertretern von Amnesty International Norwegen, in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren. Dieses Thema habe er als Cheftrainer durchaus thematisiert und sich zudem vor seinem Amtsantritt Gedanken gemacht, den Gang nach China zu wagen.

Biathlon-Idol Björndalen über Norwegens Erfolg: „Die Menschen sind sehr risikobereit“

Weit positiver kann Björndalen nun auf die sportliche Dominanz seiner Landsleute beim Weltcup der Männer blicken. Nach fünf von neun Wettkämpfen werden sämtliche Klassements von norwegischen Athleten oder dem norwegischen Team angeführt. Hierfür hat Björndalen folgende Erklärung.

„Die Menschen in Norwegen sind sehr risikobereit“, sagt er. Viele junge Athleten würden Studienkredite aufnehmen, um die Uni hinten anzustellen und sich dafür mehr dem Sport zu widmen. Dies ginge zwar zulasten der Abschlussnoten, doch „einige kommen als große Sportler raus.“ (nki)

Einer der Garanten für Norwegens Erfolg ist Vetle Sjastad Christiansen. Doch neben der Strecke muss er den Spott seiner Teamkollegen über sich ergehen lassen.

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