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In einem "Elfianum", einem achteckigen Spiegelraum mit einer unendlichen Weite, sitzt eine Entspannung und Ruhe Suchende im Wellness-Bereich eines Hotels im niederbayerischen Bad Gögging.

Wellness oder Wellnepp?

Reisebücher im Test

Ein Minibecken im Keller, drei Liegestühle drumrum, ein sterbender Gummibaum. Es gibt immer noch Hotels, die ein derart vernachlässigtes Souterrain in ihren Prospekten als "Wellness-Bereich" deklarieren. Der Boom der Wellness-Hotellerie ist in seine steilste Phase getreten, allein in Deutschland hat sich die Zahl der einschlägigen Betriebe im vergangenen Jahr um 35 Prozent auf fast 1000 "Wohlfühl-Oasen" erhöht - alle 36 Stunden eine neue.

Dass hier nicht nur die Komfort-Hotellerie klotzt, sondern auch die Schwarzen Schafe unter den Beherbergern Kleckern als Klotzen ausgeben, weiß jeder. "Das führt zu der skurrilen Situation, dass Gastwirte, die vor wenigen Monaten noch Meterbier verkauft haben, über Nacht zu selbst ernannten Gesundheitsexperten mutieren", bilanziert Christian Werner, einer der kundigsten unter den Autoren, die sich des W-Themas angenommen haben. Der Österreicher hat über 1700 Hotels und Spa-Resorts in Europa und Asien inkognito getestet, gibt im Eigenverlag die internationale Buchreihe RELAX Guide heraus, nun auch ein Buch mit 939 deutschen Adressen. "Die Spreu vom Weizen zu trennen wird immer wichtiger." Denn Wellness ist vielerorts nur Wellnepp, Betrug am Kunden.

Werner vergibt 20 Punkte "nach klaren Wohlfühl-Kriterien", weist aber auch nach, dass 54 Prozent der Betriebe bundesweit unter dem Niveau liegen, teilweise deutlich und sogar in der Top-Hotellerie. Mitbewertet werden auch Kriterien wie Lage des Hauses, Lärmfaktor, Preis-Leistungs-Verhältnis, Atmosphäre. Erfrischend sachlich, bisweilen von beißendem Spott, letztlich konkurrenzlos. Wer seinen Wellness-Urlaub bei der Planung wasserdicht machen will, kommt an dem Buch mit Internet-Adressen nicht vorbei.

Einen ökonomischen Überblick verschafft dagegen Wellness + Wirtschaft, ein Standardwerk, das auf bienenfleißiger Recherche und intimer Kenntnis der Branchen-entwicklung basiert. Hier werden anhand von Beispielen und Erfahrungen aus der Praxis die Kriterien dargelegt, die professionell-profitable Betriebe von Trittbrettfahrern, die mit Qi Gong werben, aber das Wort falsch schreiben, unterscheiden. Der Nutzwert für den Leser ist vor allem die Beispielsammlung mit transparenten Angebotsangaben. rm

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