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Synchron in der Luft: Lou Massenberg (l.) und Tina Punzel.

Wasserspringen

Letzte Chance genutzt

Wasserspringer Tina Punzel und Lou Massenberger holen ihre allererste WM-Medaille.

Tina Punzel und Lou Massenberg schauten immer wieder überglücklich auf ihre allererste WM-Medaille, nachdem sie die deutschen Wasserspringer vor einem „Salto Nullo“ bewahrt hatten. „Pure Freude“ verspürte der erst 18-Jährige Massenberg beim Anblick von Bronze, Punzel genoss vor allem ihre Premiere einer Siegerehrung bei einer Weltmeisterschaft: „Das war eine Mischung aus Erleichterung und riesengroßer Freude.“

Am Schlusstag der Wassersprung-Wettbewerbe im südkoreanischen Gwangju hatte das gemischte Synchronpaar vom Drei-Meter-Brett den dritten Platz belegt und dem deutschen Wassersprung-Team das erste und einzige Edelmetall beschert. Auf die neuen Weltmeister Maddison Keeney/Matthew Carter aus Australien fehlten den Europameistern nur 3,24 Punkte, ihr Vorsprung auf die viertplatzierten Briten mit Wassersprungstar Thomas Daley betrug aber auch nur 3,15 Zähler.

„Die Minuten, als die Briten gesprungen sind, waren katastrophal. Ich dachte nur: Bitte nicht wieder Vierter!“, sagte Punzel, die mit Massenberg schon vor zwei Jahren in Budapest denkbar knapp am Podest vorbeigesprungen war: „Wir sind so oft Vierter geworden bei den letzten Wettkämpfen, eigentlich hat uns immer nur das Quäntchen Glück zur Medaille gefehlt.“ Diesmal nicht – ganz im Gegenteil. Wäre die Wassersprung-Macht China, die alle elf Wettbewerbe zuvor im Nambu University Municipal Aquatics Centre gewonnen hatte, auch in der nichtolympischen Disziplin gestartet, wäre es vermutlich wieder der vierte Platz geworden. Doch China zog sein Paar Yang Hao/Chang Yani aus unbekannten Gründen zurück.

„Ich habe mich beim Einspringen gewundert: Die kommen einfach nicht?!“, berichtete Punzel, die dann von ihren italienischen Konkurrenten aufgeklärt wurde. „Das war dann auch der Moment“, sagte die 23 Jahre alte Dresdnerin, „wo ich langsam nervös wurde und dachte: Okay, da geht heute was.“

Bundestrainer Lutz Buschkow war über die ersehnte Medaille im letzten WM-Wettbewerb mit deutscher Beteiligung sichtlich erleichtert, „die Anspannung ist ein bisschen weg“. Da Punzel und Rekordeuropameister Patrick Hausding durch ihre Finaleinzüge vom Drei-Meter-Brett zudem zwei Olympia-Startplätze gesichert hatten, war Buschkow am Ende zufrieden: „Unsere Sportler haben sich sehr belastungsverträglich und nervenstark gezeigt. Das war eine gute Taufe in Richtung Olympische Spiele.“

Viel Zeit für Erholung haben die Wasserspringer nach dem Heimflug am Sonntag nicht, in zwei Wochen kämpfen Hausding und Co. bei der EM in Kiew (5. bis 11. August) erneut um Medaillen und Olympia-Quotenplätze. Das gemischte 3-m-Synchronspringen ist nicht olympisch, doch das schmälerte die Freude von Punzel und Massenberg überhaupt nicht. „Ich kann superglücklich nach Hause fahren“, sagte Punzel. (sid)

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