Wasserball-WM

„Wir haben geliefert“

Die deutschen Wasserballer ziehen mit einem Rekord ins WM-Viertelfinale ein.

Nach der Rückkehr ins WM-Viertelfinale nach acht mageren Jahren setzte Hagen Stamm seinen Rekord-Wasserballern gleich ein neues Ziel. „Noch zwei Siege bis zum Vizeweltmeister, dann haben wir uns hier für Olympia qualifiziert“, sagte der Bundestrainer nach dem historischen 25:5 (5:2, 6:0, 9:1, 5:2) im Playoff gegen Südafrika mit einem Augenzwinkern.

Natürlich meinte es Stamm nicht ernst. Das deutsche Wasserball-Idol, das in der Krise seiner Sportart noch einmal als Chefcoach einsprang, ist bei der Weltmeisterschaft in Gwangju nach dem höchsten deutschen Sieg in der WM-Geschichte bereits am Ziel. „Unser Traum war, unter die ersten Acht zu kommen“, sagte der 59-Jährige, der seit Ende 2016 zum zweiten Mal Bundestrainer ist.

Damals lag Wasserball am Boden. „Die Jungs waren frustriert, es war kein Geld da, wir wussten nicht, wie es weitergeht“, erinnerte sich Stamm: „Wir haben versucht, alle davon zu überzeugen, dass wir da hinkommen können, wo wir jetzt sind. Wir haben geliefert.“ Mit dem Sprung unter die besten Acht in der Welt hat die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) alle Vorgaben erfüllt. „Das bedeutet für die Jungs ein bisschen mehr Sporthilfe, für uns ein bisschen mehr Reputation und Geld für die Maßnahmen im nächsten Jahr“, betonte Stamm.

Doch damit soll noch nicht Schluss sein – auch wenn der Gegner im Viertelfinale am Dienstag (8.30 Uhr MESZ) Titelverteidiger Kroatien ist. „Das ist die Mannschaft, die hier alle schlagen wollen“, sagte Lucas Gielen, mit sechs Toren erfolgreichster Werfer gegen Südafrika.

In der Vorbereitung kassierte die DSV-Auswahl eine 10:22-Klatsche gegen den zweimaligen Weltmeister. „Aber ich habe gute Erfahrungen mit Kroatien gemacht“, sagte Stamm und erinnerte an die EM 2012, als sein Team die Kroaten, damals auch Titelverteidiger, mit 10:9 aus dem Turnier warf: „Es spielt sich leichter, wenn man nicht Favorit ist.“

Nach den bislang starken Leistungen beim WM-Comeback nach sechs Jahren ist der Bundestrainer überzeugt: „Die Jungs haben eine tierische Moral und werden alles in die Waagschale schmeißen.“ Der Rekordsieg – noch höher als das 22:7 bei der WM 1991 gegen Ägypten – tat Stamm am Ende sogar „ein bisschen leid“. (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion