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Sprachlos: Ex-Teamchef Carsten Arriens (r.) und Philipp Kohlschreiber.

Tennis

Waske in der Favoritenrolle

Der Tennisbund sucht nach dem Rausschmiss von Arriens einen neuen Daviscup-Teamchef. Schüttler winkt ab.

Rainer Schüttler hat kein Interesse am Posten des Davis-Cup-Teamchefs im Deutschen Tennis Bund (DTB). „Nein, das kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Schüttler auf die Frage, ob die Nachfolge von Carsten Arriens Gegenstand seiner aktuellen Lebensplanung sei. Der frühere Weltranglistenfünfte und Australian-Open-Finalist von 2003 galt neben seinem langjährigen Wegbegleiter Alexander Waske als einer der potenziellen Anwärter auf den Posten. Weitere Namen im Kandidaten-Karussell sind unter anderem Christopher Kas, Gerald Marzenell, Markus Zoecke, Lars Uebel oder der in Diensten von adidas stehende Mats Merkel. Auch der frühere Weltklassespieler Nicolas Kiefer könnte eine Option sein.

Unterdessen hat sich der ehemalige Davis-Cup-Spieler Zoecke im Gespräch mit eurosport.yahoo.de für Waske ausgesprochen. „Alexander hat die Nähe zu den Spielern, ist jung, hat etwas zu sagen und ist von daher geeignet“, sagte Zoecke, der nicht an eine Lösung mit Boris Becker glaubt: „Er arbeitet ja derzeit mit Novak Djokovic zusammen, und es freut mich für Boris, dass diese Zusammenarbeit funktioniert. Da scheint sich eine wirklich gute Bindung zwischen den beiden aufgebaut zu haben.“ Der DTB hatte den noch bis Ende 2015 laufenden Vertrag mit Arriens im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst. Über die Nachfolge des 45-Jährigen soll in der kommenden Woche beraten werden.

Gespräch geplatzt

Rund fünf Wochen vor dem Erstrunden-Spiel im Davis Cup gegen Frankreich setzte der Verband den glücklosen Teamkapitän vor die Tür. Offiziell trennten sich der DTB und der Frankfurter einvernehmlich. Dass es zwischen Arriens und dem Verband um den neuen Präsidenten Ulrich Klaus zum Bruch kommen würde, war nach einer bemerkenswerten Posse bei den Australian Open abzusehen. Allerdings hätte der DTB gern das erste Fed-Cup-Spiel der Frauen am Wochenende in Stuttgart gegen Australien abgewartet. „Ein trauriger Tag im deutschen Tennis!!!“, twitterte Doppel-Spieler Andre Begemann und versah den Kommentar mit dem Hashtag #fassungslos.

Letztlich war Arriens über die Causa Kohlschreiber gestürzt, als er in Melbourne ein Versöhnungsgespräch mit dem derzeit besten deutschen Spieler völlig überraschend platzen ließ. Der Augsburger ist nach einem Zwist mit Arriens aus dem deutschen Team ausgeschlossen, jüngst sprach sich sogar Boris Becker für eine Begnadigung aus. Kohlschreiber war von der DTB-Entscheidung zur Trennung überrascht, wie sein Trainer und Berater Stephan Fehske am Dienstag sagte. Der Weltranglisten-23. aus Augsburg wollte keinen Kommentar zu der Entwicklung abgeben, erstmal den Fed Cup abwarten und dann schauen, ob der DTB auf ihn zukommt. „Es ist natürlich unmöglich, die Nummer eins nicht im Team zu haben“, hatte Becker im Hinblick auf den deutschen Davis-Cup-Start gegen Frankreich in Frankfurt betont.

Kohlschreiber hatte sich im Vorjahr beim Erstrunden-Sieg gegen Spanien geweigert, das letzte Einzel zu spielen, was für großen Unmut sorgte. Zu allem Überfluss eskalierte danach ein geplanter Versöhnungstag, als sich Trainer und Spieler gegenseitig der Lüge bezichtigten. (sid/dpa)

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