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Nach der 8. Etappe der UCI WorldTour freute sich der deutsche Radprofi Emanuel Buchmann (rechts) über den dritten Platz.

Radsport

„Warum nicht auch bei der Tour?“

Radprofi Emanuel Buchmann tankt Selbstvertrauen für die Große Schleife.

Auf den letzten Metern einer ohnehin beachtlichen Woche entwickelte Emanuel Buchmann kaum geahnte Fähigkeiten. Im Stile eines Sprinters jagte der deutsche Radprofi, der sich doch eigentlich auf den steilen Anstiegen der Berge am wohlsten fühlt, dem Ziel des Criterium du Dauphine in Champery entgegen.

Der finale Kraftakt garantierte Buchmann Rang drei beim wichtigen Vorbereitungsrennen für die Tour de France – der Sprung aufs Podium war eine weitere Bestätigung für die glänzende Verfassung des Ravensburgers. „Ich kann sehr zufrieden sein – vor allem im Hinblick auf die Tour“, sagte Buchmann.

Lediglich 21 Sekunden trennten Buchmann am Ende von Dauphine-Gewinner Jakob Fuglsang (Dänemark/Astana). Andere ließ er hinter sich. Nairo Quintana, Romain Bardet, Richie Porte – eine ganze Reihe namhafter Fahrer und potenzieller Podest-Kandidaten bei der Frankreich-Rundfahrt (6. bis 28. Juli) hängte der beste deutsche Kletterspezialist in der Gesamtwertung ab.

Im Zeitfahren verbessert

Buchmann, dessen Talent in den Bergen stets unbestritten war, scheint beim Team Bora-hansgrohe endlich den nächsten Schritt seiner Entwicklung zu vollziehen. Buchmann überzeugte besonders am fordernden Schlusswochenende mit einer offensiven und mutigen Fahrweise, die er in der Vergangenheit selten gezeigt hatte.

Auch im Einzelzeitfahren – eigentlich eine Schwäche Buchmanns – hat er sich deutlich verbessert. Rang fünf im Kampf gegen die Uhr auf der vierten Etappe war der eindeutige Beleg dafür. „Ich habe es nicht mehr wirklich trainiert, aber für einen Bergfahrer fühle ich auf dem Zeitfahrrad relativ wohl. Es war mein bestes Zeitfahren überhaupt“, sagte Buchmann.

Tour: Unter die ersten Zehn

Mit seinen Leistungen bei der Dauphine knüpfte Buchmann an die bisher überzeugende Saison an. Unter anderem hatte er bei der Baskenland-Rundfahrt im April mit einem Etappenerfolg und dem dritten Gesamtrang geglänzt. Bei der Tour soll Buchmann als Führungspersönlichkeit der deutschen Bora-Mannschaft ein Top-10-Ergebnis anpeilen.

Zweifel daran hat er nicht. „Ich fahre mit ganz gutem Selbstvertrauen, warum soll ich das nicht auch bei der Tour machen? Ich sehe keinen Grund, warum es dort nicht klappen soll“, sagte Buchmann, der eine Platzierung unter den besten Zehn als „vollkommen realistisch“ bezeichnete.

Für Buchmann, der 2015 überraschend deutscher Meister wurde, steht nach der Dauphine zunächst die Regeneration im Vordergrund. Dann will er in einem weiteren Höhentrainingslager im italienischen Livigno weiter an seiner Form feilen, ehe er zum Tour-Start nach Brüssel reist. „Mir tut die Höhe extrem gut, für mich ist es das Beste“, sagte Buchmann. (sid)

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