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Warten auf Juve

Champions League ist für Borissow wie ein Sechser im Lotto

Von KNUT KROHN

Aleksander fühlt sich wie im Märchen. Juventus Turin kommt nach Minsk. "Das ist nicht zu glauben", sagt er. Doch der Traum ist für ihn zum Alptraum geworden. Er hat keine Karte für das Spiel heute Abend bekommen. Nicht einer seiner Kumpels habe ein Ticket, mault der 28-jährige Informatiker aus Minsk. Einen Monatslohn hätte er dafür hergegeben. 40 000 Plätze fasst das Stadion in der weißrussischen Hauptstadt, binnen Minuten sei alles ausverkauft gewesen: "Billet niet."

Ein Skandal, sagt Aleksander. "Wir geben denen unser Stadion, und nun bekommen wir keine Karten." Für dieses Spiel hätte der Fan von Dynamo Minsk sogar für einen einzigen Abend seinen Hass gegen Bate Borissow vergessen, den Emporkömmling, den Vorstadtklub. Borissow ist nur wenige Kilometer von Minsk entfernt; ein Industriezentrum mit 200 000 Einwohnern. Dort lebt man, um zu arbeiten. Der Klub wurde erst 1973 gegründet und dümpelte lange in den unteren Ligen herum - bis vor einigen Jahren Anatoli Kapski auftauchte. Im Autohandel hatte er Millionen gemacht. Auf der Suche nach einem Hobby wurde Kapski bei Bate Borissow fündig, pumpte viel Geld rein und formte einen weißrussischen Spitzenklub.

In diesem Jahr erfüllte sich ein Traum: die Qualifikation für die Champions League. Da das neue Stadion nur 5000 Zuschauer fasst, empfängt man den europäischen Fußballadel nun beim Erzrivalen Minsk: Juve, Real Madrid, Zenit St. Petersburg. Schon ein Punktgewinn wäre eine Sensation. "Die Teilnahme ist der größte Erfolg unserer Vereinsgeschichte. Aber wer weiß, was noch alles kommt", sagt Präsident Kapski.

Gegen Juve rechnen sie sich am ehesten was aus. Die Turiner sind nach dem Zwangsabstieg nicht so stark wie einst, zudem fällt Torhüter Gianluigi Buffon verletzt aus. Leichte Beute ist Borissow nicht. In der Qualifikation schaltete man den RSC Anderlecht und Lewski Sofia aus. Trainer Viktor Goncharenko glaubt an seine Elf: "Wir haben eine tolle Mannschaft mit großem Potenzial." Die meisten Spieler sind erst knapp über zwanzig und träumen davon, es einem Ex-Spieler von Bate gleichzutun: Alexander Hleb. Der spielt inzwischen beim FC Barcelona. Dort arbeitet man, um zu leben.

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