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Kann mit einem starken Kader arbeiten: Bundestrainer Henrik Rödl (Mitte).

Basketball-WM

Warten auf den Anführer

Die deutschen Basketballer starten in die WM-Vorbereitung – noch ohne Superstar Schröder.

Den gemeinsamen Ausflug der deutschen Basketballer auf die Kartbahn im rheinland-pfälzischen Wittlich verpasste Dennis Schröder diese Woche noch. Erst am Freitag sollte sich der NBA-Profi auf den Weg zum deutschen Nationalteam machen, um vor dem ersten WM-Härtetest gegen Schweden in Trier in die gemeinsame Vorbereitung zu starten. „Es ist abgesprochen mit uns“, erklärte Bundestrainer Henrik Rödl den späteren Einstieg des 25-Jährigen. „Es ist natürlich besser, wenn er die ganze Zeit da ist. Aber es ist eine Situation, die er nicht vermeiden kann.“

Verzichten möchte die ambitionierte Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes vor der Weltmeisterschaft in China (31. August – 15. September) möglichst wenig auf ihren so wichtigen Anführer. Als unumstrittener Aufbauspieler lenkt der Profi der Oklahoma City Thunder die deutsche Offensive. „Dennis ist unser Schlüsselspieler, er wird die meiste Aufmerksamkeit von allen Teams haben, er muss die richtigen Entscheidungen für uns treffen“, sagte NBA-Kollege Maximilian Kleber von den Dallas Mavericks beim Medientraining in Trier über Schröder. „Er wird hauptsächlich den Ball in der Hand halten. Wir müssen aber als Einheit fungieren, wenn wir alle einbinden, dann haben wir eine gefährliche Mannschaft.“

Minimalziel Zwischenrunde

In der früheren sportlichen Heimat von Coach Rödl beginnt am Sonntag (18 Uhr) für das deutsche Team der lange Weg zur WM. Insgesamt sieben Testspiele in drei Ländern stehen auf dem Programm, in China geht es in der ersten Gruppenphase gegen Mitfavorit Frankreich und die Außenseiter Dominikanische Republik und Jordanien.

Mit dem Weiterkommen in die Zwischenrunde wäre das „Minimalziel“ (Rödl) bei der WM geschafft. Doch dank eines potenziell tieferen Kaders als noch in der Ära von Dirk Nowitzki hat das Team mit derzeit fünf NBA-Profis und vielen international erfahrenen Spielern höhere Ambitionen. „Wir haben große Ziele, wir wollen uns für Olympia qualifizieren“, sagte der ehemalige NBA-Akteur Paul Zipser, der jüngst zum FC Bayern zurückgekehrt ist. „Wenn das bei der WM nicht klappt, müssen wir über den nächsten Sommer gehen.“

Für die direkte Qualifikation für die Sommerspiele in Tokio 2020 müsste das deutsche Team in China unter die zwei besten europäischen Teams in China kommen. Ansonsten würde bereits das Überstehen der ersten Gruppenphase den Sprung in ein Olympia-Qualifikationsturnier, das im kommenden Sommer stattfindet, bedeuten. „Es ist immer schwer, eine Medaille vorherzusagen, aber das Potenzial ist da“, sagte Kleber zu den Erwartungen für die WM. „Es hängt von Spiel zu Spiel ab.“

Im Duell mit Schweden geht es zum Warmwerden gegen ein international niederklassiges Team. „Die Inhalte in einem richtigen Spiel zu testen, ist immer etwas anderes“, sagte Rödl und lobte die Ausgangslage für die Auswahl, deren Kern bei der EM 2017 schon ins Viertelfinale vorstieß. „Wir fangen nicht bei Null an. Es ist eine Mannschaft, die sich ganz gut kennt.“ Und spätestens mit der Ankunft von Schröder soll dann das gesamte Potenzial erkennbar sein. (dpa)

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