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Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig) und Ralf Rangnick (Sportdirektor RB Leipzig) schauen dem Spiel zwischen Stuttgart und Spartak Moskau zu.
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Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig) und Ralf Rangnick (Sportdirektor RB Leipzig) schauen dem Spiel zwischen Stuttgart und Spartak Moskau zu.

Trainerkongress

Warnung

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Bei der Trainertagung des DFB in Fulda decken Experten schonungslos auf, was bei der EM schiefgelaufen ist. Ein Kommentar.

Das Gedränge unter annähernd 1000 lizenzierten Trainern war riesengroß, als am Mittwoch in der Esperantohalle von Fulda die Testate ausgegeben wurden. Denn erst ganz zum Schluss gibt es die Teilnahmebestätigung einer dreitägigen Fortbildungsveranstaltung des Bundes Deutscher Fußballlehrer (BDFL). Alle haben deshalb zuvor einer Podiumsdiskussion lauschen dürfen und müssen, in der Hansi Flick (DFB-Sportdirektor), Ralf Rangnick (Sportdirektor RB Leipzig), Andreas Rettig (Geschäftsführer FC St. Pauli) oder Benno Möhlmann (Trainer-Urgestein) schonungslos den Finger in die Wunde legten.

Und darüber sprachen, was aus deutscher Sicht bei der diesjährigen EM schiefgelaufen ist. Das Ergebnis war erhellender als das Palaver aus oberflächlichen Talkrunden. Flick räumte irgendwann ein, dass selbst die französische U19-Nationalmannschaft mehr Zielstrebigkeit und Geschwindigkeit auf den Rasen bringe als die deutschen Talente gleichen Alters. Rangnick sprach die Unsitte von Jungprofis an, bei der Behandlung auf der Pritsche gleichzeitig WhatsApp-Nachrichten zu verschicken – für ihn eine Respektlosigkeit gegenüber jedem Physiotherapeuten (und daher beim Bundesligaaufsteiger unter Strafe gestellt).

Rettig führte seine Furcht aus, wenn englisches Fernsehgeld schon dazu führt, dass dem deutschen Profifußball nicht nur die besten Spieler, sondern auch profunde Ernährungsberater abgeworben werden. Und Möhlmann beklagte unverhohlen, dass ihm die Generation Kroos, Özil oder Götze in Frankreich zu wenig Sieges- und Kampfeswillen ausgestrahlt habe. In der Summe kamen so viele Details zusammen, die hoffentlich im Nachhinein noch bis zum urlaubenden Bundestrainer Joachim Löw durchdringen.

Es gibt wieder einiges zu verbessern im deutschen Fußball, der sich nach dem WM-Titel vielleicht – auch von Löws Seite – einer Laissez-faire-Haltung hingegeben hat, eingedenk der schönen Fertigkeiten und breiten Basis werde alles so gut bleiben wie bisher. Pustekuchen.

Die kritische Auseinandersetzung mit dem Ist-zustand – am Montag bereits von Trainerausbilder Bernd Stöber und Koordinator Meikel Schönweitz mit einer schonungslosen Analyse angestoßen – ist allerdings ein gutes Zeichen. Die Gefahren sind erkannt. Ob sie gebannt werden können, hängt entscheidend davon ab, welche Ausstattung (an Trainern) künftig die Basis bekommt. Vielleicht deshalb sollte in besagter Runde auch Sebastian Kehl dazu überredet werden, sich statt als Fernsehexperte doch bitte alsbald als Fußballlehrer zu verdingen.

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