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Starke Leistungen: Alexander Zverev und Dominic Thiem. 

Tennis

Wann kommen die neuen Champions?

Dominic Thiem und Alexander Zverev nähern sich den großen Drei des Tennis an.

Alexander Zverev war noch nie so nah dran in seiner Karriere. Dominic Thiem unternahm immerhin schon seinen dritten Versuch. Am Ende aber blieb dann alles wie gehabt: Als bei den Australian Open die Trophäe in die Höhe gestemmt wurde, da hatte Novak Djokovic die Hände dran – einer der großen Drei. Seit Stan Wawrinka (Schweiz) 2016 die US Open gewann, gingen alle Triumphe bei den vier Grand Slams an Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer.

Doch der 13. Titel in Serie für die großen Drei könnte auch einer ihrer letzten gewesen sein. Beinahe wäre es schon in Melbourne so weit gewesen. „Ich war an der Schwelle, dieses Match zu verlieren“, sagte Djokovic nach seinem Fünfsatzsieg gegen Thiem nicht ohne Grund. Zugleich machte er dem 26 Jahre alten Österreicher Mut: „Deine Zeit wird kommen, du hast noch Zeit, du wirst deine Grand-Slam-Trophäe bekommen und noch viele mehr.“ Die Frage ist nur: wann?

Thiem hat in Melbourne sein drittes Finale bei einem Grand Slam erreicht. In den beiden vergangenen Jahren unterlag er bei den French Open Sandplatzkönig Nadal. In Melbourne rang er den Spanier im Viertelfinale nieder, es war ein episches Match. Ebenso das Halbfinale gegen Zverev, der noch nie so weit gekommen war bei einem der vier Grand Slams. Und der wohl nur deshalb um sein erstes Endspiel bei einem der vier großen Turniere kam, weil Thiem eben in überragender Form ist.

„Es ist nur gut für unseren Sport, wenn neue Champions nachkommen“, sagte Djokovic in der Woche vor dem Finale von Melbourne. Noch aber ist keiner der Nachkommenden ein Champion, auch wenn sie den großen Drei langsam näher rücken. Zverev sagte vor seinem doch unerwartet späten Abschied aus Australien, Halbfinale sei gut und schön, aber auch nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum großen Ziel: „Ich möchte hier ja nicht aufhören, ich möchte nicht, dass es zu Ende ist.“

Thiem und Zverev waren in Melbourne freilich auch die einzigen der Young Guns, die sich für eine Wachablösung anboten. Der Grieche Stefanos Tsitsipas (21) scheiterte in der dritten Runde an Milos Raonic (Kanada/29). Daniil Medwedew (23), der bei den US Open 2019 nahe dran war, Nadal in fünf Sätzen zu besiegen, schied im Achtelfinale gegen Wawrinka (34) aus, ebenso der hochtalentierte Nick Kyrgios (24/Australien) gegen Nadal (33). In der Runde der letzten Acht standen außer dem Bald-Dreißiger Raonic, Zverev (22) und Thiem (26) nur Herren jenseits der 30 – angeführt von Federer (38).

Noch scheinen die großen Drei unbesiegbar bei den Grand Slams – auch, weil sie eben zu dritt sind. „Es ist eine einzigartige Situation in der Geschichte des Sports, dass die besten drei Spieler alle in derselben Ära spielen. Und das macht es für die anderen so schwer, den Durchbruch zu schaffen“, sagte Thiem: „Um einen großen Titel zu gewinnen, musst du mindestens zwei dieser drei besiegen, und das macht es so schwierig.“ Er war schon mal nahe dran. Und Zverev nicht mehr weit weg. (sid)

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