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Marcel Hirscher kann mit dem fünften Gesamtweltcup-Triumph in Serie Geschichte schreiben. Foto: Guillaume Horcajuelo

Vorentscheidung naht: Hirscher will XXL-Wochenende nutzen

Noch vor ein paar Wochen stand es gar nicht so gut um Marcel Hirschers Gesamtweltcup-Rekord - dem österreichischen Ski-Star schienen zwei Norweger auf und davon zu fahren.

Noch vor ein paar Wochen stand es gar nicht so gut um Marcel Hirschers Gesamtweltcup-Rekord - dem österreichischen Ski-Star schienen zwei Norweger auf und davon zu fahren.

Inzwischen hat der Ausnahmesportler die Verhältnisse zurechtgerückt, auch dank Aksel Lund Svindals Verletzungspech und sein Saison-Aus. Auf der Zielgeraden der Saison kann sich der ehrgeizige Hirscher schon an den kommenden beiden Wochenenden den entscheidenden Vorsprung sichern - vier Riesenslaloms in neun Tagen sei Dank. Den Auftakt macht der Torlauf am Freitag in Hinterstoder.

Auf dem Weg zur fünften großen Kristallkugel zog sich Hirscher in dieser Woche erstmal zurück - zumindest digital. Kein Facebook, kein Twitter, statt Profilfotos nur schwarze Flächen. Die PR-Aktion eines Sponsors dürfte dem 26-Jährigen aktuell gut ins Konzept passen: Bloß keine Ablenkung mehr, den Schwung vom Slalom-Sieg in Stockholm mitnehmen - und dann in den kommenden sechs Weltcup-Rennen an nur zwei Orten Verfolger Henrik Kristoffersen aus Norwegen endgültig abhängen.

173 Zähler trennen die Super-Techniker vor den Dreierpack-Stationen Hinterstoder und Kranjska Gora. "Die Devise für das XXL-Wochenende lautet: Mehr Rennen bedeuten mehr Chancen, Punkte zu sammeln. Genau darauf werde ich mich konzentrieren", sagte Hirscher.

Als erster Skirennfahrer der Geschichte hat er den Gesamtweltcup bereits viermal nacheinander gewonnen. Fünfmal in Serie war das bislang nur Annemarie Moser-Pröll gelungen. Mit Triumph Nummer fünf hätte er zudem so viele große Kugeln wie Rekordmann Marc Girardelli.

Los geht die heiße Phase mit dem Riesenslalom in Oberösterreich am Freitag, dem erst zweiten in diesem Jahr. Adelboden und Garmisch waren ausgefallen, in Yuzawa Naeba kam Hirscher beim Sieg des Franzosen Alexis Pinturault nur auf Rang sechs. Unsicher war sich der Führende der Disziplinwertung über seinen Leistungsstand, tüftelte und suchte den Rhythmus in der Basisdisziplin. "Ich denke, wir haben ihn gefunden. Ob es in Hinterstoder für die Spitze reicht, wird sich zeigen", teilte Hirscher der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit.

Mit insgesamt zwei Riesentorläufen und dem Super-G am Samstag werde es "sicher nicht das unwichtigste Wochenende des Rennkalenders", betonte Hirscher vor Hinterstoder. Auch die deutschen Sportler um Felix Neureuther und Fritz Doper freuen sich auf die Technik-Tage und einen herausfordernden Skihang. "Das Gelände ist sehr interessant: oben eher auf der steilen Seite, im mittleren und unteren Teil mittelsteil und wellig. Der Hang hat mir gut gefallen", sagte Dopfer.

Nach seinem missratenen Saisonstart will Dopfer die verbleibenden fünf Riesenslaloms (davon vier in Hinterstoder und Kranjska Gora) nutzen, um sich in seiner Lieblingsdisziplin wieder zu verbessern.

Auch Kristoffersen muss im Riesenslalom noch besser werden, will er Hirscher im Gesamtklassement noch abfangen. Die Disziplin-Wertung im Slalom hat der Norweger fast sicher, für den ganz großen Coup muss er den Österreicher aber im Torlauf hinter sich lassen. Das wird schwer. Von fünf Rennen gewann Hirscher drei, stand in Sölden als Dritter auf dem Podest - und rangierte einzig in Japan hinter Kristoffersen. (dpa)

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