Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auch ohne Alkohol können Cocktails lecker schmecken. Andreas Hebeis zeigt an der Volkshochschule Offenbach, wie man sie herstellt.
+
Auch ohne Alkohol können Cocktails lecker schmecken. Andreas Hebeis zeigt an der Volkshochschule Offenbach, wie man sie herstellt.

Volkshochschulen setzen auf Gesundheit

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Weg von der reinen Erwachsenenbildung - neue Trends bieten den Vhs in Hessen auch neue Betätigungsfelder

Frankfurt · 2. Mai · Cocktailspartys können auch ohne Alkohol Spaß machen. Und wenn kein Shaker zur Hand ist, hilft auch ein leeres Marmeladenglas. Während sie Mango-Lassie und Kinder-Caipi herstellen, erzählt Andreas Hebeis den Kindern und Jugendlichen welche Zutaten Alkohol erhalten und was passieren kann, wenn sie Alkohol trinken. Praxis und Theorie, in Kombination mit hohem Spaßfaktor - das ist nicht nur an der Volkshochschule (Vhs) Offenbach Konzept.

Alle hessischen Vhs vermeiden inzwischen die Lehre mit erhobenem Zeigefinger. Sie hat sich auch in der Erwachsenenbildung als pädagogisch wenig wirksam erwiesen. Warnungen, Furchtappelle oder Schuldzuweisungen führen selten zur dauerhaften Verhaltensänderung. Dafür gibt es wirksamere Methoden, sagt Monika Pfirrmann, Fachreferentin Gesundheitsbildung beim Hessischen Volkshochschulverband. Zum Beispiel asiatisch Kochen mit dem Wok. Die dabei hergestellten Speisen sind vitaminreich, fettarm und leicht. Und beim gemeinsamen Schnibbeln lassen sich zwanglos neue Leute kennenlernen.

Auch "Ernährung nach Fünf-Elementen in der chinesischen Medizin" klingt nach mehr als trockenem Studium von Kalorientabellen. Mit Lust und Spaß lernt es sich besser. Gesunde Kost kann auch die Gourmet-Küche bieten. Und bei der Vhs Frankfurt endet der Hofgang durch den ökologischen Obsthof Schneider mit einer Apfelweinprobe. Die Teilnehmer stimmen mit den Füßen ab, sagt Pfirrmann. Die Nachfrage bestimmt also das Programm. Schon aus wirtschaftlichen Gründen müssen die Bildungseinrichtungen auf Trends rechtzeitig reagieren - sofern sie seriös sind. Die Kurse im Bereich Gesundheit liegen im Trend. Sie sind sehr gut besucht, allerdings überwiegend von Frauen. Nur das Sprachangebot der hessischen Vhs stößt auf noch größeres Interesse.

Gesundheit spielt eine Rolle

Unter dem Stichwort Gesundheitsbildung vereinen sich Aspekte wie Ernährung, Abnehmen, Bewegung, Entspannung, aber auch Sucht. Sogar in Deutschkursen für Migranten spielt das Thema eine Rolle. Die Angebote sind vielfältig. Rüsselsheim bietet "Küche chaotisch - Teenies am Werk" an, in Kreis Waldeck-Frankenberg sammeln Teilnehmer mit einer Kräuterfrau Waldkräuter. Dort gab es dieses Jahr auch den ersten Abnehmkurs für Kinder. Die Volkshochschule Offenbach Stadt hat zwei Männerkochkurse ausgeschrieben - einen mit, einen ohne Kinder - und einen Cocktailkurs für Nachwuchs-Barkeeper im Alter von zehn bis 14 Jahren. Damit die nächste Party alkoholfrei und ein Erfolg wird. Auch gibt es Kombinationen von die Ernährung und Bewegung koppeln.

Yoga, Schwimmen, Gymnastik, Judo. Mit ihren Sportangeboten will die Vhs die Arbeit der örtlichen Vereine ergänzen. Wenn es sich ergibt, arbeitet sie mit ihnen zusammen. Kooperationen gibt es auch mit den Krankenkassen, von denen einige bis zu 80 Prozent der Kursgebühr übernehmen. Die Vhs Darmstadter geht noch weiter. Sie hat ein Abnehmkurs-Konzept in Planung, an dem sich neben den Kassen das örtliche Krankenhaus beteiligt. Am Anfang steht ein ärztlicher Eingangscheck, dann kommen Einführungen in Ernährungslehre, Psychologie und Bewegung hinzu. Zwei Mal die Woche treffen sich die Teilnehmer zum Sport - mindestens ein halbes Jahr lang.

Hier wird das Realität, was Pfirrmann ganzheitliches Gesundheitsbildungskonzept nennt: "Nur wer die Zusammenhänge versteht, weiß warum er nach einer Diät wieder zunimmt." Die Vhs mit ihren professionellen Mitarbeitern sehe ihre Aufgabe darin, Tipps und Orientierung im Dschungel der Neuheiten auf dem Diäten- und Fitnessmarkt zu geben. Denn: "Jeder muss seinen eigenen Weg finden." Wenn die Suche danach mit Spaß und in Gesellschaft Gleichgesinnter erfolgt, dann vergrößerten sich die Chancen auf eine dauerhafte Verhaltensänderung.

Weitere Berichte im Ressort Fitness & Gesundheit

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare