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Juan Manuel Serramalera hat ab sofort das Sagen bei den Volleys.

Volleyball

Zu viele Aussetzer unterm Netz

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Die Volleys entlassen Trainer DeRocco - nach zwei Siegen hintereinander.

Nach zwei Siegen hintereinander den Trainer zu entlassen, wirkt auf den ersten Blick etwas verwirrend. Doch die Entscheidung der United Volleys ist nachvollziehbar, vielleicht überfällig.

In einer ausführlichen Pressemitteilung teilte der Frankfurter Bundesligist mit, sich von seinem Coach Stelio DeRocco getrennt zu haben. Anderthalb Jahre lang hatte der Kanadier die ambitionierte Mannschaft betreut und war schon in der vergangenen Saison hinter den Zielen des Klubs zurück geblieben. Erstmals in seiner vierjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit hatten die Hessen den Einzug ins Play-off-Halbfinale verpasst – obwohl sie personell zu höherem berufen schienen. Und auch in dieser Volleyball-Saison läuft es eher durchwachsen: Im Pokal schieden die Frankfurter gleich in der ersten Runde aus, in der Bundesliga nehmen sie zwar Rang vier ein, was in der immer breiter werdenden Spitze der Liga durchaus keine Schmach ist. Aber die bisher gezeigten Leistungen lassen den Schluss zu, dass auch in diesem Frühjahr der ersehnte Sprung ins DM-Finale nicht gelingen dürfte. Und das, obwohl die United Volleys im vergangenen Sommer ihr Team noch einmal hochkarätig verstärkt hatten.

Eigentlich müsste die Mannschaft „ganz oben dabei sein“, sagte Jan Wüntscher von der Geschäftsleitung des Klubs. Doch es habe „einfach zu oft unerklärliche Einbrüche oder Aussetzer gegeben“. Schon länger schien der 59-jährige DeRocco die Mannschaft mit seinen Ansprachen nicht wirklich erreicht zu haben. Dem ehemaligen Weltklassespieler fehlte offenbar die Bindung zu seinen Spielern.

Und so schaute sich die Klub-Führung um Jörg Krick hinter den Kulissen offenbar schon länger nach einem Nachfolger um. Denn zeitgleich mit der Trennung wurde gestern Juan Manuel Serramalera als Nachfolger präsentiert. Der 47-jährige ist Experten gut bekannt: Von 2009 bis 2011 betreute er als Assistent an der Seite von Ex-Bundestrainer Raúl Lozano die deutsche Männer-Nationalmannschaft, mit der er gleich zu Beginn die Europaliga gewann. Der international weit gereiste Serramalera, der auch die argentinische Frauen-Nationalmannschaft und das chinesische Männer-Nationalteam trainiert hat, kann zahlreiche Erfolge vorweisen. In der Schweiz wurde er mit dem MTV Näfels viermal Meister. Sein Vertrag in Frankfurt läuft zunächst bis zum Saisonende, sein Debüt bestreitet er am Mittwoch (19.30 Uhr) im Achtelfinal-Hinspiel des europäischen CEV Cups gegen Arkas Izmir.

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