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Esteban Ocon (l.) verhinderte mit einem riskanten Fahrmanöver den Sieg von Max Verstappen.

Max Verstappen

Zu viel Emotionen

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Formel-1-Pilot Max Verstappen hat diesmal nicht auf, sondern neben der Piste über die Stränge geschlagen. Der junge Niederländer muss sich in den Griff bekommen, sonst steht er sich selbst im Weg. Ein Kommentar.

Max Verstappen ist ohne Zweifel ein herausragender Rennfahrer. Er hat nicht ohne Grund im zarten Alter von 17 das erste Mal ein Formel-1-Cockpit bestiegen. Seitdem hat er fünf Grand Prix gewonnen und stand 14 weitere Male auf dem Podest. Doch gefühlt genauso oft stand der brachiale Fahrstil des Niederländers im Blickpunkt. Wegen zu harten Zweikämpfen auf der Piste und unfairen Manövern ist der mittlerweile 21-Jährige schon zu einigen Zeitstrafen verdonnert worden und hat sich den Unmut seiner Kollegen im Fahrerlager zugezogen.

Dass Verstappen jetzt Sozialstunden ableisten muss, weil er Esteban Ocon zuerst den Mittelfinger zeigte und dann mehrfach wegschubste, sollte dem jungen Mann ein Schuss vor den Bug sein. Sein Zorn war zwar absolut berechtigt, denn Ocon war bereits überrundet, trotzdem versuchte der Force-India-Pilot, den Führenden Verstappen in Sao Paulo zu überholen - und krachte in ihn hinein. Verstappen, drehte sich, fiel auf Platz zwei zurück und musste am Ende Weltmeister Lewis Hamilton den Sieg überlassen. Dass Verstappen trotzdem eine halbe Stunde nach Rennende noch auf Ocon losging, war vollkommen überflüssig. Wäre der Franzose nicht cool geblieben, hätte die Situation eskalieren können.

Fast noch schlimmer als Verstappens Wutanfall waren seine anschließenden Äußerungen zu dem Vorfall. Er bereue nichts, sagte er im englischen Fernsehen stur. „Wir sind alle leidenschaftlich in dem Sport dabei. Es wäre komisch gewesen, wenn ich ihm die Hand geschüttelt hätte.“ Ob er deshalb eine Strafe erwarte? „Nein.“ Die folgte aber prompt auf den Fuß.

Emotionen gehören im Sport dazu, und Verstappen sollte sich seine Art, Rennen zu fahren, beibehalten. Wenn die Motoren runtergekühlt und die Boliden abgestellt sind, sollten sich aber auch die Gemüter beruhigen. Sonst wirst sich der talentierte Rennfahrer irgendwann selbst im Weg stehen. Auch das gehört zu seinem Reifeprozess, wenn er eines Tages Weltmeister sein möchte. Dass er fahrerisch das Zeug dazu hat, daran besteht kein Zweifel.

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