Schumacher rät Mercedes

Um Vettel werben

Michael Schumacher hat seinem Arbeitgeber Mercedes indirekt ein Werben um Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel empfohlen.

"Rein hypothetisch gesehen, wäre es absolut unvernünftig, wenn Mercedes nicht versuchen würde, rauszufinden, ob der Sebastian in Zukunft bei uns fahren will", sagte der 42 Jahre alte Rekordchampion in einem Interview der "Bild"-Zeitung.

"Es ist kein Geheimnis, dass Sebastian immer wieder mal bei uns ist. Wir feiern zusammen, essen gemeinsam zu Abend", erzählte Schumacher. Seine eigene Zukunft sei ja relativ berechenbar, meinte der siebenmalige Weltmeister, dessen Projekt bei den Silberpfeilen auf drei Jahre bis einschließlich 2012 ausgelegt ist. Schumacher betonte in Sachen Mercedes und Vettel: "Wohlgemerkt, ich rede theoretisch, ich sage nicht, dass es so ist."

Vettel selbst sagt immer wieder: Ferrari sei ein Mythos wie auch Mercedes. "Und natürlich will jeder Rennfahrer in seiner Karriere einmal für einen Mythos fahren - ich bin aber sehr glücklich bei Red Bull, weil Red Bull mir das schnellste Auto hinstellt und ich mich im Team sehr wohl fühle."

Sich selbst sieht Schumacher unmittelbar vor dem Testauftakt nicht als Titelkandidat für die kommende Saison. "So weit sind wir meiner Meinung nach noch nicht", sagte er. "Die Situation ist die: Wir bei Mercedes wissen zu diesem Zeitpunkt ziemlich genau, wo wir stehen. Allerdings wissen wir nicht, wo die anderen stehen." Erste Anhaltszeichen werden die Teams von Dienstag an bekommen, wenn die offiziellen Tests in Valencia starten.

Die Tatsache, dass Ferrari-Rivale Fernando Alonso den Kerpener als ärgsten Rivalen ausgemacht hatte, kommentierte Schumacher allerdings so: "Fernando kann sich an fünf Fingern abzählen, dass es bei uns aufwärts geht." Muss es auch, nachdem MercedesGP in seinem ersten Jahr nach der Übernahme des Weltmeister-Teams BrawnGP keinen Sieg und Schumacher es nicht mal aufs Podest schaffte. Alonso wisse, "dass wir uns viel Zeit für das neue Auto genommen haben. Es ist realistisch von ihm, Mercedes mit auf die Rechnung zu nehmen".

Auch der siebenmalige Weltmeister und 91-fache Grand-Prix-Gewinner kann die ersten Fahrten im neuen Auto kaum erwarten. "Es kribbelt überall, Hände, Füße, Kopf. Die Unruhe wird immer schlimmer. Ich fühle mich wie ein Kind vor der Weihnachts-Bescherung", meinte Schumacher. Sein Teamkollege Nico Rosberg wird allerdings nach der Vorstellung am Dienstagmorgen auf dem Circuit Ricardo Tormo die Jungfernfahrt mit dem MGP W02 machen. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion