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Jan Frodeno laboriert an einer Stressfraktur in der Hüfte.

Triathlon

Verletzter Ironman Frodeno: 2019 werde „ich alle fressen“

Jan Frodeno wird auch wieder leiden. Diesmal aber, weil er verletzt zum Zuschauen verdammt ist, wenn die Ironman-Weltmeisterschaft entschieden wird.

Die Krücken hat Jan Frodeno abgelegt. Der Drang, sich am Samstag um 06.35 Uhr Ortszeit in den Pazifik zu stürzen und über die 3,8 Kilometer Schwimmen und danach über 180 Kilometer auf dem Rad und 42,2 Kilometer Laufen zu quälen, ist riesengroß. Es geht aber nicht.

Frodeno, der Ironman-Weltmeister von 2015 und 2016, ist zum Zuschauen beim Rennen der Rennen im Triathlon verdammt. „Ehrlich gesagt fühle ich mich seit Wochen wie ein wildes Tier, das in einem Käfig gefangen ist“, sagte er in einem Interview dem Magazin „Playboy“: „Ich könnte durchdrehen, brüllen, ja fast schon um mich schlagen.“

Ein Jahr nachdem ihn schwere Rückenschmerzen im Rennen derart gebremst hatten, dass sich Frodeno nach über 9:15 Stunden erst ins Ziel in Kailua-Kona geschleppt hatte, beraubte ihn eine Stressfraktur Mitte September aller Hoffnungen auf den dritten Titel auf Hawaii in diesem Jahr. Die Reise dorthin ließ sich Frodeno aber nicht nehmen.

„Wie ich schon mal gesagt hab: Salzwasser heilt alle Wunden“, sagte er in einem Video bei Facebook am Montag. „Ich freu mich auf einen Mix aus betriebsamen Tagen und ein bisschen Zeit, die Dinge zu sehen, die Hawaii neben dem QueenK zu bieten hat“, schrieb Frodeno bei Instagram in Anspielung auf die Radstrecke auf dem Queen Ka'ahumanu Highway.

Ein Rezept, wie er mit solchen Rückschlägen umgeht, hat der 37-Jährige auch gefunden. Spaß am Leben zu haben, sei das einzige, was helfe, betonte Frodeno. Mittlerweile ist er zweifacher Familienvater, mit Ehefrau Emma (geborene Snowsill), die wie er 2008 in Peking Olympia-Gold geholt hatte, lebt Frodeno im australischen Noosa und spanischen Girona. Den Sonnenuntergang hat er in den vergangenen Wochen dann auch schon mal vom Dach ihres Hauses genossen mit einem Bier. „Vielleicht auch drei“, sagte er dem „Playboy“.

Für Sonnenuntergänge auf Hawaii hat Frodenos Titel-Nachfolger und Landsmann Patrick Lange keine Zeit. Er reiste vergangene Woche vom Trainingslager in Texas in den 51. Bundesstaat der USA. Noch länger ist Sebastian Kienle vor Ort. Er gewann 2014 und leitete damals die deutsche Ära ein. Frodeno schaffte es damals bei seiner Premiere beim Mhythos Ironman Hawaii bereits auf den dritten Platz.

Für Frodeno, der in diesem Jahr bis zu seinem jähen Aus alle Rennen eindrucksvoll gewonnen, in denen er gestartet war und sich zum zweiten Mal zum Weltmeister über die halbe Ironman-Distanz kurz vor seiner Verletzung gekrönt hatte, zählt nur Rang eins. „Für mich bedeutet ein zweiter Platz schon immer Demütigung“, sagte er dem „Playboy“ und kündigte mit Blick auf 2019 an: „Die Konkurrenz soll sich dieses Jahr austoben. Im nächsten komme ich zurück. Und dann werde ich alle fressen.“

(Von Jens Marx, dpa)

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