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Swiss-Air-Vielflieger Simon Ammann im Radar der Kampfrichter.
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Swiss-Air-Vielflieger Simon Ammann im Radar der Kampfrichter.

Vierschanzentournee

Der verflixte zweite Sprung

Schmitt fällt nach starkem Auftakt zurück - Tagessieger Loitzl dagegen fliegt in perfekter Haltung ins Tal. Von Stefan Klemm

Von STEFAN KLEMM

Unten im Auslauf jubelt eine österreichische Delegation, die den Sieger in ihre Mitte genommen hat. Der löst sich rasch aus der Umklammerung, wackelt kurz darauf mit dem Kopf, jubelt mit seinen Skiern in den Händen und schaut doch immer noch skeptisch: Wolfgang Loitzl (28) weiß nicht, ob wirklich wahr ist, worauf er ein Skispringer-Leben gewartet hat. Seit zehn Jahren versucht er sich nun schon im Weltcup, gewonnen hat er noch nie - bis gestern, bis zum Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen.

Mit seinem Sieg-Debüt stellte Loitzl gleich auch die Gesamtwertung der 57.Vierschanzentournee auf den Kopf, denn er übernahm mit 0,5 Punkten Vorsprung die Führung vor dem Schweizer Simon Ammann. Aus deutscher Sicht aber jubelten die Falschen, die Stimmung unter den 26 000 Zuschauern im Olympiastadion war passabel, aber sie flaute zunehmend ab. Denn es war keine zwei Minuten her, dass Martin Schmitt gelandet war, viel zu früh wie er und seine Fans fanden.

Dritter war der Schwarzwälder nach dem ersten Durchgang gewesen, in dem er 135 Meter weit gesprungen ist, er war damit sogar noch 50 Zentimeter besser als Loitzl, der sich aber wegen der besseren Benotung vor Schmitt platzierte. Nur Amman schien uneinholbar enteilt, mehr als sieben Punkte lag er vor Loitzl und genau 8,5 Zähler vor Schmitt.

Doch der zweite Abschnitt am Partenkirchener Gudiberg ist kein einfacher Wettbewerb, wie schon in der Qualifikation mischte sich nun der Wind ein; er wehte bisweilen heftig von hinten und von der Seite. Doch bei Schmitt war die Luft nicht besonders aktiv, sein Absprung gelang und die erste Flugphase auch, aber danach ging alles sehr schnell: Schmitt landete schon bei 124 Metern, das reichte am Ende zu Platz acht. Wie schon in Oberstdorf durfte er in seiner bisher stärksten Saison seit langem nur im ersten Teil des Wettkampfs auf eine Podiumsplatzierung hoffen. Am Ende reichte es wie schon im Allgäu - dort wurde er Fünfter - auch im Werdenfelser Land letztlich klar nicht zur Erfüllung seiner Hoffnungen.

"Die Ausgangsposition war wieder gut für mich, es ist mir aber wieder nicht gelungen, etwas daraus zu machen. Meine Enttäuschung ist riesig", sagte Schmitt nach dem Springen. So gewann Loitzl, den trotz schwierigster Verhältnisse ein famoser Flug ganz nach vorn trug. Vier Mal bekam er dafür die Optimalnote 20,0, einmal eine 19,5 - das ist nicht nur äußerst selten, sondern es war letztlich entscheidend für seinen Tageserfolg. Ammann sprang mit 134,5 Metern zwar nur zwei Meter kürzer als Loitzl, wurde aber deutlich schlechter bewertet. Platz drei ging an den Finnen Harri Olli, Vierter wurde Loitzls Landsmann Gregor Schlierenzauer, der nun Dritter der Gesamtwertung ist.

Bundestrainer Werner Schuster teilte die Enttäuschung seines derzeit besten Springers nicht, er hat ja auch das Gesamtergebnis zu verantworten: Platz acht für Schmitt, Rang 14 für Michael Uhrmann sowie die Positionen 20 für Stephan Hocke, 24 für Michael Neumayer und 30 für Andreas Wank sah er als "eine gute Leistung insgesamt. Vor allem Neumayer hatte Pech mit den Windverhältnissen. Martin Schmitt sollte sich klar machen, dass zurzeit nur Ammann, Loitzl und Schlierenzauer etwas enteilt sind - dahinter aber ist er in Rufweite." Schmitt fehlte nach eigener Aussage die Höhe in seinem zweiten Sprung, "weil ich nach dem Absprung irgendwie in meine Ski reingefallen bin, das hat mich nach unten gedrückt".

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