Finanzielle Schieflage

Unterhaching vor dem Untergang

Der Drittligist muss im Oktober zwei Millionen Euro auftreiben - ein dubioser Geschäftsmann hat seine finanzielle Zusage nicht eingehalten.

Vor zehn Jahren verdarb sie noch Bayer Leverkusen die Meisterschaft, jetzt droht der SpVgg Unterhaching das Aus im Profi-Geschäft. Bis zum 31. Oktober muss der Verein eine Unterdeckung im Etat von 2,3 Millionen Euro ausgleichen, ansonsten bleibt der SpVgg nur noch der Gang zum Insolvenzverwalter.

Unterhaching geriet in den vergangenen Wochen in eine finanzielle Schieflage, da ein dubioser Sponsor vertraglich zugesicherte Beträge in Höhe von zwei Millionen Euro nicht ausbezahlt hat. „Für das Präsidium und mich ist das die bitterste Stunde. Wir haben den Verein immer mit viel Herzblut getragen. In der dritten Liga kann man nur mit einem großen Sponsor überleben“, sagte Präsident Engelbert Kupka am Mittwoch. Er bestätigte, dass sich der Klub intensiv um Alternativen bemüht, um bis Ende des Monats die Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes erfüllen und die Liquidität nachweisen zu können.

Im Juli hatte der ehemalige Erstligist, der von 1999 bis 2001 der höchsten deutschen Spielklasse angehörte, Verträge mit einem mysteriösen Unternehmer unterschrieben. Von Zuwendungen in den kommenden Jahren in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro war die Rede, doch bisher ist trotz mehrmaliger Zahlungsaufforderung der SpVgg noch kein Euro geflossen. Es deutet alles darauf hin, dass auch kein Geld in Unterhaching ankommen wird. Im Fokus steht der angebliche Geldgeber Franco L.. Der 52-Jährige soll bereits bei mehreren Geschäften Verträge unterzeichnet haben, zu Zahlungen soll es dabei aber nie gekommen sein. Dem Münchner Amtsgericht soll auch eine Klage vorliegen, da L. bei einem Benefiz-Abend seinen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von 100000 Euro nicht nachgekommen war. Auch in Österreich und Zypern werden angeblich Rechtsmittel gegen L. geprüft.

Der SpVgg bleibt nun nur noch das Prinzip Hoffnung, um die Etatlücke kurzfristig schließen zu können. In den vergangenen Jahren war Schatzmeister Anton Schrobenhauser, dessen Schwiegersohn Francisco Copado als Sportdirektor fungiert, immer wieder für Fehlbeträge aufgekommen. Aus dem Umfeld ist zu hören, dass Schrobenhauser diesmal offenbar nicht einspringen will.

Die SpVgg, immer noch ein eingetragener Verein, verfügt auch sonst über keinerlei größere Werte. Stadion und Vereinsgelände gehören der Gemeinde Unterhaching. Bürgermeister Wolfgang Panzer schloss im Münchner Merkur Hilfe für die Profiabteilung aus: „Die SpVgg macht wichtige Jugendarbeit, wir helfen gerne mit Zuschüssen. Was ich nicht machen kann, ist, den Profibetrieb aufrechtzuerhalten. Wenn eine Million oder mehr fehlt, kann die Gemeinde sicher nicht helfen.“ Derzeit belegt die SpVgg in der dritten Liga Platz acht. Ziel von Trainer Klaus Augenthaler war (ist) der Aufstieg. ( sid)

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