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Bleibt den Volleys treu: Mittelblocker Tobias Krick.

Volleyball

Die United Volleys greifen an: Mit dem Beckham Japans

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Die United Volleys haben ihren Kader komplett umgebaut.

Einen solchen Umbruch haben die United Volleys wohl noch nicht erlebt – zumindest nicht in ihrer vierjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit. Gleich zehn Akteure haben den 14-köpfigen Kader im Frühsommer verlassen, darunter mehrere deutsche Nationalspieler, sieben Neue kamen hinzu. Eine große Rochade, ein Austausch fast der ganzen Mannschaft, der erstaunlich schnell über die Bühne ging: Bereits Ende Mai, wenige Wochen nach Ende der Saison, verkündeten die Frankfurter, ihren neuen Kader komplettiert zu haben. Der personelle Umschwung war offenbar von langer Hand geplant.

Viele Wünsche von Trainer Stelio DeRocco, Club-Chef Jörg Krick und dem Sportlichen Leiter Klaus Jürgen Weber wurden erfüllt. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Sprecher Jan Wüntscher, „das ist eine spannende und ambitionierte Mannschaft, die gut in eine internationale Stadt wie Frankfurt passt.“ In der Tat gibt es viele hochkarätige Neuzugänge, die allerdings allesamt aus dem Ausland kommen. Die United Volleys werden nach dem Abgang mehrerer deutscher Spieler einen deutlich internationaleren Anstrich haben. „Wir haben eine spektakuläre Auswahl an Top-Volleyballern mit einem regionalem Bezug im Mittelblock“, betont Wüntscher mit Blick auf Tobias Krick, Paul Henning und Louis Kunstmann. Der Sprecher betont, der Klub sei nicht grundsätzlich von seiner Philosophie abgekommen, auf deutsche Talente zu setzen und diese zu entwickeln. Nur manchmal sei die Umsetzung eben schwierig. „Den Talent-Gedanken wird es bei uns in Zukunft sicher wieder geben.“

Dennoch schmerzt die Tatsache, dass gleich sieben deutsche Spieler den Verein verlassen haben. Georg Escher schloss sich dem Schweizer Erstligisten Amriswil an, Topscorer und Nationalspieler Moritz Karlitzek spielt künftig für den italienischen Erstligisten Latina, sein Bruder Lorenz für den Bundesliga-Konkurrenten Rottenburg, National-Libero Julian Zenger für den deutschen Meister Berlin, und der langjährige Kapitän Sebastian Schwarz hat seine Karriere ebenso beendet wie Patrick Steuerwald, der vergangene Saison wegen einer schweren Verletzung kein Spiel mehr bestreiten konnte. Während Schwarz außerhalb des Volleyballs einen neuen Job angetreten hat, bleibt Steuerwald der Bundesliga als Co-Trainer in Friedrichshafen erhalten. Sein neuer Chef bei dem Rekordmeister ist der ehemalige Frankfurter Coach Michael Warm.

Unbekannt ist, welchem Verein sich die beiden abgewanderten Zuspieler Adam Kocian (Deutschland) und Maksim Buculjevic (Serbien) sowie Mittelblocker Lucas van Berkel (Kanada) anschließen werden. Der Grieche Andreas Fragkos spielt künftig für das belgische Team Roeselare.

Viel Potenzial im Team

Unter den sieben Zugängen befinden sich drei hochklassige Außenangreifer: Der Niederländer Floris van Rekom, der in der vergangenen Saison in Frankreich mit Tours das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg gewann; der australische Nationalspieler Luke Smith, den Wüntscher als „internationalen Klassemann und herausragende Verstärkungen“ bezeichnet; sowie der japanische Nationalmannschafts-Kapitän Masahiro Yanagida, den die Frankfurter wegen seiner Beliebtheit in der Heimat als „Superstar“ und „japanischen Beckham“ bezeichnen.

Neu ist zudem der französische Mittelblocker Jean-Philippe Sol, der slowenische Nationallibero Urban Toman, der belgische Zuspieler Matthias Valkiers und sein junger Ersatzmann Blain Cranston (Kanada).

Geblieben sind neben den Mittelblockern Krick, Henning und Kunstmann die Diagonalspieler Milija Mrdak (Serbien) und Tanner Syftestad, der sich jedoch im Sommer beim Training mit der US-Auswahl einen Splitterbruch im Fußgelenk zugezogen hat und noch mehrere Wochen ausfallen wird. Als Ergänzungsspieler wird dem Kader weiterhin Libero Thorben Stahmer angehören.

Der Kader hat großes Potenzial, keine Frage. Die Frankfurter wollen nicht nur im europäischen CEV Cup weit kommen. Sie möchten in ihrer fünften Bundesligasaison auch wieder ganz oben angreifen. Der erstmalige Viertelfinal-K.o. in der abgelaufenen Runde schmerzt.

Zum Start der Vorbereitung am 20. August werden jedoch bestenfalls acht Spieler vertreten sein. Einige Akteure werden sich dann mit ihren Nationalteams auf die EM vom 12. bis 29. September in Belgien, Frankreich, den Niederlande und Slowenien vorbereiten, darunter auch Tobias Krick.

Zudem nehmen einige Neuzugänge mit ihren Nationen noch am daran anschließenden World Cup teil. „Zwei bis drei Spieler werden daher vermutlich erst wenige Tage vor unserem ersten Saisonspiel bei uns eintreffen“, vermutet Sprecher Jan Wüntscher mit Blick auf den Bundesligastart der Frankfurter am 16. Oktober bei Aufsteiger Volleys Eltmann (Bamberg).

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