Doppelblock: Die United-Profis Milija Mrdak (li.) und Jean-Philippe Sol wehren den Ball ab. hübner
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Doppelblock: Die United-Profis Milija Mrdak (li.) und Jean-Philippe Sol wehren den Ball ab.  

Neuer Trainer

United Volleys Frankfurt: Der Serramalera-Effekt

  • vonHarald Joisten
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Frankfurter Volleyballer siegen bei Ligapremiere ihres Trainers gegen Topteam Friedrichshafen.

Juan Manuel Serramalera schritt seine Mannschaft ab und drückte die Spieler fest an sich. Einen nach dem anderen. Es hatte etwas von einer Aufbruchstimmung, einem Neubeginn, als der neue Trainer der United Volleys am Samstagabend den ersten großen Sieg mit den Frankfurtern feierte. Das unverhoffte 3:1 (25:19, 25:18, 17:25, 25:16) gegen Rekordmeister VfB Friedrichshafen vor 2038 Fans verhalf Serramalera nicht nur zu einer glänzenden Bundesligapremiere. Sein neues Volleyballteam rückte auch bis auf drei Punkte an den Tabellenzweiten vom Bodensee heran und wahrte mit seinem neunten Sieg im 15. Saisonspiel die Chance, sich bis zu den Playoffs noch etwas hochzuarbeiten von Platz vier. Nach derzeitigem Stand würden die Hessen in der K.o.-Runde bereits in einem möglichen Halbfinale auf den großen Titelfavoriten aus Berlin treffen.

Nah dran an den Spielern

Gegen Friedrichshafen, vermeintlich härtester Rivale von Meister Berlin um den Titel, spielten die United Volleys jedenfalls groß auf. Zwar leisteten sie sich im dritten Satz abermals ihren obligatorischen Leistungseinbruch, aber sonst agierten sie agil, durchschlagskräftig und mental gut eingestellt. „Wir waren etwas gelassener, nicht so hektisch. Der Trainer hat uns etwas beruhigt“, sagte Nationalspieler Tobias Krick. Die Trennung vom bisherigen Trainer Stelio DeRocco sei für alle Spieler unerwartet gekommen. „Es war schwierig, wir wussten es alle nicht und waren überrascht. Aber jetzt wird Vollgas gegeben“, sagte Krick. Sein neuer Coach Serramalera habe sich auf Anhieb positiv eingeführt. „Das Training ist zwar unter ihm sehr lang, ich schiebe eigentlich gerne mal eine kurze Einheit ein“, gestand Krick lachend, „aber es läuft gut. Er macht einen sehr positiven Eindruck auf mich.“

Der argentinische Coach ging an der Seitenlinie engagiert mit, riss die Arme hoch, ballte die Fäuste und klatschte seine Spielern ab. Er wirkt auf Anhieb näher dran an der Mannschaft, als es DeRocco womöglich je war.

Krick glänzte am Samstagabend auch als Angreifer im umkämpften vierten Satz. Gemeinsam mit Mittelblocker-Kollege Jean-Philippe Sol kam er immer wieder entscheidend durch. Topscorer Milija Mrdak kam auf 21 Punkte bei einer Erfolgsquote von 59 Prozent. Mit im Kader standen überraschend auch die zuvor Langzeitverletzten Luke Smith und Floris van Rekom, die auf Kurzeinsätze kamen. Eine Schrecksekunde gab es im vierten Durchgang beim Stand von 18:13, als sich Masahiro Yanagida bei einem Blockversuch den Finger auskugelte. Das Malheur wurde direkt in der Kabine wieder eingerenkt.

Ob der japanische Nationalmannschaftskapitän am Mittwoch im Heimspiel gegen Lüneburg dabei sein kann, ist ungewiss. Sicher dabei sein wird dann Neuzugang Jochen Schöps. Und freilich Trainer Serramalera. „Das erste Mal ist immer etwas ganz Besonderes. Ich bin sehr glücklich“, sagte der 47-Jährige nach seinem Premierensieg mit den Frankfurtern.

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