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Unheimliche Vibrationen

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Für Stefan Bradl läuft es derzeit nicht rund.
Für Stefan Bradl läuft es derzeit nicht rund. © dapd

Der WM-Führende Stefan Bradl hadert mit dem Material, wird nur Achter und hat im Saison-Endspurt der Moto2-Serie gegen seinen ärgsten Verfolger Marc Marquez nun schlechte Karten.

Nach dem enttäuschenden achten Platz beim Großen Preis von Aragon in Spanien spürt Moto2-Pilot Stefan Bradl bei vier noch ausstehenden Rennen den heißen Atem von Marc Marquez im Nacken. Der Spanier fuhr den sechsten Sieg in den vergangenen sieben Rennen ein und liegt in der WM-Wertung nur noch sechs Punkte hinter dem Kalex-Fahrer aus Zahling.

Dabei hatte Bradl in der spektakulären Anfangsphase des 13. WM-Laufes noch locker in der Spitzengruppe mitgemischt und das Rennen zeitweise sogar angeführt. Doch dann bekam er Probleme mit seinem Motorrad und warf bei voller Fahrt immer wieder verzweifelte Blicke auf seinen Hinterreifen.

Unfahrbares Motorrad

„Irgendwie hat sich der Reifen auf der Felge gedreht. Ich hatte unheimliche Vibrationen und gedacht, dass mir die Fetzen aus dem Reifen fliegen. Das Motorrad war fast unfahrbar“, berichtete Bradl und ärgerte sich: „Ein Platz auf dem Podium wäre auf jeden Fall möglich gewesen, denn der Speed war da.“ Der Bayer führt seit dem dritten Saisonrennen die Gesamtwertung an. Im heißen Saisonfinale stehen für Bradl (221 Punkte) und Marquez (215) jetzt noch die Rennen in Motegi/Japan, Philip Island/Australien, Kuala Lumpur und Valencia auf dem Programm.

Schon vor dem Aragon-GP hatte Bradl einen Rückschlag hinnehmen müssen: Sein Traum vom Aufstieg mit seinem Kiefer-Team in die MotoGP war geplatzt, weil der Hauptsponsor seine Zuwendungen nicht erhöhen wollte. „Es hat noch nie einen deutschen Fahrer mit einem deutschen Team in der MotoGP gegeben. Das wäre was Großartiges gewesen“, sagte der 21-Jährige. Er hatte sich bei den Planungen für den Aufstieg in die Königsklasse ganz auf sein bisheriges Team konzentriert.

Marquez freute sich riesig über seinen Erfolg, auch wenn er nicht so überlegen war wie tags zuvor beim Qualifying. „Heute war es schwieriger, durch den Wind hatte ich am Anfang nicht den richtigen Rhythmus“, sagte das 18 Jahre alte Supertalent, das im Vorjahr schon mit zehn Siegen den WM-Titel bei den 125ern geholt hatte. Geholfen hatten Marquez, der in diesem Jahr immer Erster oder Zweiter war, wenn er ins Ziel kam, auch ausgiebige Testfahrten und neue Teile für sein Motorrad. „Jetzt ist alles einfacher“, sagte er mit Blick auf den Saisonendspurt.

Die Plätze hinter Überflieger Marquez gingen an die beiden Italiener Andrea Iannone und Simone Corsi. Max Neukirchner (Stollberg/MZ) landete auf Position 13 und holte damit drei WM-Punkte. In der 125er-Klasse kam Sandro Cortese (Berkheim/Aprilia) auf den sechsten Platz und verpasste den Sprung auf Rang drei der Gesamtwertung. Der dort geführte Spanier Maverick Viñales landete als Dritter drei Plätze vor Cortese und vergrößerte seinen Vorsprung auf sieben Zähler.

WM-Punkte holten Jonas Folger (Schwindegg/Aprilia) und Marcel Schrötter (Vilgertshofen/Mahindra) auf den Plätzen zehn und elf. Wildcard-Pilot Kevin Hanus (Nürnberg/Honda) kam nicht ins Ziel. Der siegreiche Spanier Nicolas Terol (Aprilia) vergrößerte seinen Vorsprung vor dem zweitplatzierten Franzosen Johann Zarco (Derbi) in der Gesamtwertung auf 36 Punkte. Den kompletten spanischen Triumph verhinderte Casey Stoner in der MotoGP. Der Australier baute durch den achten Saisonerfolg seinen Vorsprung in der WM-Wertung vor dem drittplatzierten Titelverteidiger Jorge Lorenzo (Spanien/Yamaha) auf 44 Punkte aus. (sid)

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