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Sich gesund zu ernähren ist gut, so lange das nicht in einen Zwang umschlägt. Dann nämlich verlieren Gesundheitsbewusste schnell den Genuss am Essen.
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Sich gesund zu ernähren ist gut, so lange das nicht in einen Zwang umschlägt. Dann nämlich verlieren Gesundheitsbewusste schnell den Genuss am Essen.

Ernährung

"Ungesundes kann manchmal auch sehr belebend sein"

Gesunde Ernährung kann auch in einen Zwang umschlagen: Orthorexie, nennt das der Fachmann. Nicht schlimm? Doch. Nämlich, wenn dieser Zwang den Genuß am Essen nimmt.

Münster (ap) - Zu den beliebtesten guten Vorsätzen für das neue Jahr zählt der Wunsch, sich künftig gesund zu ernähren. Aber von der guten Absicht bleibt bei vielen Menschen schon nach kurzer Zeit nur noch wenig übrig. Andere verfolgen das Ziel dagegen mit solcher Willenskraft, dass daraus ein Zwang wird. Mediziner sprechen dann von einer Orthorexie.

"Die Grenzen zwischen gesundem und zwanghaft gesundem Essen sind oft fließend", sagt Schide Nedjat, Leiterin der Klinik für Psychotherapie in Münster. "Kritisch wird es dann, wenn das Essen keinen Genuss mehr bereitet und nur noch dem Leistungsprinzip folgt, wenn immer mehr Zutaten auf der Liste mit verbotenen Lebensmitteln landen, und wenn Mahlzeiten zunehmend aufwendig geplant und zubereitet werden müssen." In der Folge meiden viele Orthorektiker auch Essen bei anderen Menschen und damit soziale Zusammenkünfte: Sie ängstigt die fehlende Kontrolle über die Zutaten. Zudem werten sie mitunter andere Menschen ab, die sich vermeintlich weniger gesund ernähren.

Ähnlich wie bei Magersüchtigen mangelt es Orthorektikern meist an Einsicht in die krankhafte Natur des Zwangs. Aber je mehr dieser sich verfestigt, desto größer wird nach Angaben der Klinik der Leidensdruck. Schon gedankliche Abweichungen vom Speiseplan lösen Aversion und Unruhe aus. Zudem verursacht die restriktive Nahrungsaufnahme nicht nur soziale Isolation, sondern auf Dauer unter Umständen auch körperliche Mangelerscheinungen. "Der Vorsatz, sich gesünder zu ernähren, ist sicherlich begrüßenswert", sagt Nedjat. Zu streng solle man ihn aber nicht verfolgen: "Ungesundes kann manchmal auch sehr belebend sein."

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