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Bewährungsstrafe für McLaren-Mercedes

Unfallfrei durch Paris

  • Jürgen Ahäuser
    VonJürgen Ahäuser
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Der Weltverband FIA hat gesprochen: Zwar wird McLaren-Mercedes für das ausgeheckte Lügenmanöver um seinen Piloten Hamilton bestraft, aber längst nicht so schlimm wie befürchtet. Von Jürgen Ahäuser

"Sie krochen bald auf Händen und Füßen vorwärts, ...manchmal auch, wenn ihr Fuß ausglitt, fielen sie hin und rutschten den Hang hinunter." Überlieferung vom Gang nach Canossa

Auf Knien ist Martin Whitmarsh nicht gerade zum "kaiserlichen" Sitz des Automobilweltverbandes (FIA) in Paris gekrochen. Doch der Gang zum Tribunal des FIA-Weltrates war von großer Demut geprägt. Noch bevor das Sportgericht die Verhandlung in der so genannten Lügenaffäre eröffnet hatte, machte der Teamchef von McLaren-Mercedes erneut einen Kniefall.

Der Brite gestand zum wiederholten Mal "Fehler" ein und entschuldigte sich bei den Funktionären und bei der Öffentlichkeit. Die gebeugte Haltung des zumindest nach außen mächtigsten Mannes im Rennstall von Weltmeister Lewis Hamilton hat sich gelohnt. Die Richter des World Motor Sport Council ließen sehr viel Gnade walten.

Ein Jahr brav sein

Das Team, dessen Musterschüler Hamilton und dessen Sportdirektor Dave Ryan zweimal vor den Sportkommissaren wahrheitswidrige Aussagen zum Überholmanöver von Toyota-Pilot Jarno Trulli beim Großen Preis von Australien gemacht hatten, wurde für drei Rennen gesperrt, die Strafe aber für ein Jahr auf Bewährung ausgesetzt.

Für betrügerisches Verhalten und für Handlungen, die schädlich für den Wettbewerb und die Interessen des Motorsports sind (Sportparagraf 151c), ist das ein mehr als nachsichtiges Urteil. Zuvor war spekuliert worden, dass eines der erfolgreichsten Formel-1-Teams, nachdem es rückfällig geworden war, ganz vom Vollgasbetrieb ausgeschlossen werden könnte.

2007 musste das deutsch-britische Duo wegen Spionage bei Ferrari die Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar berappen. Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche hatte im Falle einer "unangemessenen Bestrafung" laut über einen Ausstieg der Traditionsmarke aus der Formel 1 nachgedacht.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug begrüßte denn auch den Pariser Spruch geradezu überschwänglich: "Ein faires Urteil und ich möchte mich bei den Mitgliedern des Councils für ihre balancierte Betrachtungsweise bedanken." Auch FIA-Präsident Max Mosley, selbst Mitglied des Sportgerichts und seit Jahren auf Konfrontationskurs mit dem langjährigen McLaren-Patriarchen Ron Dennis sprach von einer "fairen Entscheidung."

Die 26 Köpfe zählende Jury, mit dem ADAC-Sportpräsidenten Hermann Tomczyk als einzigem deutschem Mitglied, honorierte mit dem milden Urteil vor allem den "Kulturwechsel" im Hause McLaren. Statt wie vor zwei Jahren noch bis zur letzten Minute den harten Schlagabtausch mit der FIA zu suchen, war Whitmarsh, nachdem Ryan und der verführte Hamilton als Lügner enttarnt waren, auf Schmusekurs mit der Sportbehörde gegangen.

Die Strafe wird wirksam, wenn neue belastende Fakten in der "Lügenaffäre" auftreten oder das Team erneut gegen die Regeln verstößt.

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